Bildungsausschluss beschließt mehr Förderung für Berufsschüler, um Ausbildungsabbrüche zu reduzieren

18. Februar 2016

Ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der Weg in prekäre Verhältnisse für junge Menschen oft vorgezeichnet. Die SPD sieht es deshalb als städtische Aufgabe an, darauf hinzuwirken, dass die Zahl der Ausbildungsabbrecher möglichst gering ist.

Ab nächstem Schuljahr soll nun ein neues Förderprogramm an städtischen Berufsschulen eingeführt werden. Das hat der Bildungsausschuss des Stadtrats heute beschlossen. 1900 zusätzliche Jahreswochenstunden sollen finanziert werden, damit den Schülerinnen und Schülern Unterstützungsangebote unterbreitet werden können. Bis einschließlich des Schuljahres 2020/2021 rechnet das Bildungsreferat mit Personalkosten von rund 5,7 Millionen Euro.

„Bedarfsorientierte Budgetierung“ heißt das Förderinstrument, das es an städtischen weiterführenden Schulen bereits gibt, und das nun eben auch auf die Berufsschulen ausgeweitet werden soll. Doch wie wird der Bedarf an der jeweiligen Berufsschule ermittelt? Das Bildungsreferat berücksichtigt bei der Bewertung Indikatoren wie die Abbrecherquote, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund oder mit niedrigen Schulabschlüssen. Je nach Fachrichtung gibt es nämlich große Unterschiede: So schmeißen an der Berufsschule für Bekleidung zum Beispiel nur 1,67 Prozent der Schülerinnen und Schüler hin, bei der Berufsschule für das Bäcker- und Konditorenhandwerk dagegen mehr als 30 Prozent. Das Bildungsreferat hat zwölf Berufsschulen identifiziert, an denen ein erhöhter Förderbedarf besteht – darunter finden sich zum Beispiel Schulen für Verkäufer, Friseure, Lackierer und zahnmedizinische Fachangestellte.

Birgit Volk, Stadträtin und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sagt:

„In diesen Berufen bricht im Schnitt ein Viertel der Schülerinnen und Schüler die Ausbildung ab. Diese Zahl ist alarmierend! Wer keinen Beruf erlernt, läuft Gefahr, ein Leben lang in Geldnöten zu stecken. Wir bauen darauf, dass es mit gezielten Förderangeboten jenseits des regulären Unterrichts gelingt, mehr jungen Menschen zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu verhelfen. Das nutzt den Azubis – und es nutzt auch dem Rest der Gesellschaft. Schließlich möchten wir alle gerne die Dienste von gut ausgebildeten Friseuren, Bäckern oder Verkäufern in Anspruch nehmen.“

Der Bildungsausschuss des Stadtrats hat heute außerdem beschlossen: Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, wird die Zahl der Eingangsklassen an mehreren städtischen Fachschulen erhöht. So sollen unter anderem in Zukunft mehr Bewerberinnen und Bewerber an der Technikerschule oder für die Fachrichtung „Farb- und Lacktechnik“ zugelassen werden.

  • Birgit Volk
    Birgit Volk, Stadträtin

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