Brücken-Offensive der Bahn – Stadt entschärft Verkehrs-Nadelöhre

13. Oktober 2015

Eine Reihe von Eisenbahnbrücken in München sind in schlechtem Zustand. Jetzt will die Bahn, die Eigentümerin der Bauwerke ist, ein umfangreiches Erneuerungsprogramm starten.

Zehn Projekte stehen im nächsten Jahrzehnt an, die Planungen laufen zum Teil schon. Für die Stadt bietet die Brücken-Offensive der Bahn die Gelegenheit, sich im Einzelfall anzuschauen, ob die Bedingungen für den Kfz-, Rad- und Fußverkehr vor Ort verbessert werden müssen und können. Um nur einige konkrete Beispiele aus dem Programm herauszugreifen: Eine Erneuerung der Bahnbrücken ist unter anderem in der Balanstraße vorgesehen, in der Tumblinger- und Lindwurmstraße sowie der Dachauer und Rosenheimer Straße. Heute Nachmittag hat sich der Bauausschuss mit dem Thema befasst.

Bettina Messinger, Stadträtin und Radverkehrsbeauftragte der SPD-Fraktion, sagt:

„Wir begrüßen sehr, dass die Bahn ihre alten Brücken endlich ersetzen möchte. Das macht es der Stadt möglich, den Straßenraum neu aufzuteilen und vorhandene Nadelöhre zu entschärfen – wie zum Beispiel in der Lindwurmstraße: Dort gibt es unter der Brücke bislang nur einen gemeinsamen Geh- und Radweg, der deutlich schmaler ist als eigentlich vorgeschrieben. Das Kreisverwaltungsreferat, das Berufsbildungszentrum und der U-Bahnhof Poccistraße sorgen jedoch dafür, dass die Unterführung stark frequentiert ist. Dass die Lage so nicht bleiben kann, ist seit Längerem klar. Doch nur durch den geplanten Neubau der Brücke können ausreichend breite Geh- und Radwege entstehen.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl ergänzt:

„Dem Baureferat ist es gelungen, dass auch die unfallträchtige Brücke in der Dachauer Straße in das Programm der Bahn aufgenommen wird. Immer wieder waren hier in der Vergangenheit Busse oder Laster hängengeblieben. Jetzt läuft eine Machbarkeitsstudie zu der Frage, wie die Durchfahrtshöhe vergrößert werden kann. Dazu wird es auch vonnöten sein, die Straße tiefer zu legen. Außerdem muss die Situation für Fußgänger und Radler vor Ort verbessert werden. Wir begrüßen, dass sich nun etwas tut und absehbar ist, dass ein Unfallschwerpunkt beseitigt wird.“

Das sogenannte Eisenbahnkreuzungsgesetz schreibt vor, dass die Stadt sich an den Gesamtkosten für die Projekte beteiligt: Es ist mit einem dreistelligen Millionenbetrag zu rechnen. Als Baubeginn strebt die Bahn je nach Örtlichkeit die Jahre 2018 bis 2024 an, in der Lindwurmstraße soll es laut Baureferat „sobald wie möglich“ losgehen.

  • Bettina Messinger
    Bettina Messinger, Stadträtin
  • Alexander Reissl
    Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender

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