Einführung offener Ganztagsangebote an Grundschulen – Rathaus-SPD: „Familien sollen die Wahl haben“

01. März 2016

Ab diesem Herbst können nach einer Entscheidung des Freistaats auch Grundschulen offene Ganztagsangebote einführen. Bei den zuständigen Fachausschüssen des Stadtrats steht das Thema heute und morgen auf der Tagesordnung. Sie beschließen eine städtische Mitfinanzierungspauschale: Pro Gruppe und Schuljahr steuert die Stadt bis zu 5500 Euro bei.

Bereits im vorigen Sommer hatte die Rathaus-SPD auf ein Problem bei der Einführung des offenen Ganztags hingewiesen. Grundschulen, die sich für offene Ganztagsangebote entscheiden, erhalten keine finanzielle Förderung mehr für bereits bestehende Mittagsbetreuungen. Etablierten Angebote, wie es sie in München an nahezu jeder Grundschule gibt, droht somit das Aus. Insgesamt werden derzeit rund 10.200 Schülerinnen und Schüler in unserer Stadt mittags betreut. Die Rathaus-SPD stellte deshalb die Forderung auf: Die Stadt solle sicherstellen, dass sich die Betreuungsangebote an den Grundschulen durch die Einführung des offenen Ganztags nicht verschlechtern.

Das Bildungsreferat hat den Kritikpunkt der Fraktion in der heute vorgelegten Beschlussvorlage aufgegriffen. Deshalb müssen Schulen, die eine Einführung des offenen Ganztags beantragen wollen, folgende zwei Grundvoraussetzungen erfüllen: Der Elternbeirat soll in die Antragstellung eingebunden sein und allen Beteiligten muss klar sein, dass die staatliche und städtische Förderung für die Mittagsbetreuung entfällt. Außerdem darf es in der Folge nicht zu einer Reduzierung der notwendigen Betreuungsplätze und der Betreuungszeiten an der Schule kommen.

Ebenfalls auf Anregung der Rathaus-SPD hin wird sich Bildungsreferat beim Freistaat dafür einsetzen, dass ein Gesamtkonzept erstellt wird, um die verschiedenen Betreuungsangebote an den Grundschulen für Eltern überschaubarer zu machen. Für den gebundenen Ganztag, bei dem sich Lern- und Erholungszeiten über den gesamten Tag verteilen, wird eine bessere Finanzierung eingefordert.

Birgit Volk, Stadträtin und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sagt:

„Eine Einführung des offenen Ganztags kommt an Münchner Schulen nur in Frage, wenn die bisherigen Angebote dadurch nicht reduziert werden – weder was die Platzzahl angeht noch die Betreuungszeiten. Wir können es uns in unserer stark wachsenden Stadt nicht leisten, Betreuungsplätze zu verlieren. Deshalb sind wir froh, dass wir durchsetzen konnten, dass mindestens der Status quo an Schulen erhalten bleiben muss. Doch das reicht noch nicht aus: Wir müssen weiter intensiv daran arbeiten, die Ganztags-Angebote in unserer Stadt auszubauen. Familien sollen die Wahl haben, welche Betreuungsform sie für ihre Kinder am besten finden.“

  • Birgit Volk
    Birgit Volk, Stadträtin

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