Entscheidung zum ehemaligen Flughafen Riem: Kopfbau soll Gaststätte werden, die Zukunft der Tribüne entscheidet sich im Sommer

14. Januar 2016

Wie geht es weiter mit den Relikten des früheren Flughafens München-Riem? Heute hat sich der Kommunalausschuss des Stadtrats mit der Tribünenanlage und dem angrenzenden Kopfbau befasst.

Mit einem Änderungsantrag korrigierten SPD und CSU die Beschlussvorlage aus dem Kommunalreferat in wesentlichen Punkten. Die Stadtverwaltung wollte den Ausschuss bereits eine Sicherung und Teilsanierung der Tribüne für maximal 1,76 Millionen Euro beschließen lassen. Alle Ausschussmitglieder entschieden sich aber gemeinsam dafür, dass nun zunächst drei Alternativen untersucht werden sollen: eine Sanierung, eine Sicherung oder auch die Beseitigung des Bauwerks. Bis zur Sommerpause sollen die Kosten für diese drei Varianten vorgelegt werden, dabei ist auch aufzuzeigen, aus welchen Mitteln das Ganze finanziert werden könnte.

Der Großteil der Diskussion im Ausschuss befasste sich am Vormittag mit der Frage, wie wieder Leben in den Kopfbau gebracht werden soll. Das denkmalgeschützte Gebäude steht leer, eignet sich aber für eine Gastronomie sowie eine soziale und kulturelle Nutzung. Jetzt wird auf Wunsch von SPD und CSU hin zunächst ein Nutzungskonzept erarbeitet. Dann soll ein Interessent für das Gebäude gesucht werden, der bereit ist, die Investitionen selbst zu tragen und dafür einen langfristigen Pachtvertrag erhält.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl sagt:

„Der Worst Case wäre für uns, dass die Stadt den Kopfbau aufwändig herrichtet, und sich dann aber kein Pächter findet, der in dieser wenig zentralen Lage in Riem eine Gastronomie betreiben möchte. Ein solches Szenario gilt es unbedingt zu vermeiden, deshalb müssen wir einen Schritt nach dem anderen machen. Wenn wir eine klare Vorstellung davon haben, wie das Gebäude genutzt werden kann, muss ein Investor gesucht werden, der Interesse hat, sich langfristig zu binden und der auch bereit ist, die Instandsetzungsarbeiten zu tragen. Ein solches Modell ist keinesfalls unüblich und wird bei Gaststätten in München immer wieder gemacht. Über die Zukunft der Tribüne wollen wir erst entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen.“

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Hans Podiuk sagt:

„Unser Ziel ist es, den Kopfbau der ehemaligen Flughafen-Tribüne in der Messestadt Riem für den Gastronomiebetrieb vorzubereiten. Ich könnte mir dort beispielsweise gut eine Ausflugsgaststätte vorstellen, wo die Bürgerinnen und Bürger des umliegenden Viertels gerne hin radeln oder fahren. Bis zum Sommer soll dem Stadtrat nun ein tragfähiges Nutzungskonzept vorgestellt werden. Tragfähig bedeutet für uns einerseits keine städtischen Kosten mehr in die teure Renovierung zu stecken. Andererseits muss ein potentieller Mieter die Chance auf einen langfristigen Vertrag bekommen, damit sich seine Umbauarbeiten rentieren. Mit der künftigen Nutzung des Gebäudes wird das Denkmal gut in den Stadtteil integriert.“

  • Alexander Reissl
    Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender

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