Fair, bio und nachhaltig: München leistet Pionierarbeit

20. Januar 2016

Die Stadt achtet bei der Anschaffung zahlreicher Produkte sehr genau auf deren Herkunft. Im heutigen Verwaltungsausschuss ist ein Bericht vorgelegt worden, in dem dargelegt wird, wie sich die Verwaltung darum bemüht, soziale und ethische Aspekte beim Einkauf zu berücksichtigen.

Bei der Beschaffung von Natursteinen aus Afrika, Asien oder Lateinamerika verlangt das Baureferat zum Beispiel ein Zertifikat, dass diese ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt beziehungsweise verarbeitet worden sind. An Münchner Schulen kommen Fuß- und Handbälle aus fairem Handel zum Einsatz. Damit sich am Markt wirklich was tut, müsste die Nachfrage nach fairen Bällen aber weiter steigen. Deshalb wirbt die Stadt jetzt bei Sportvereinen, ihrem Beispiel zu folgen. Auch bei Lebensmitteln und Schnittblumen wird auf die Herkunft geachtet. Schwieriger ist es laut städtischer Bilanz, unbedenkliche Textilien zu besorgen. Und auch bei Spielzeugen gibt es demnach kein ausreichendes Angebot an zertifizierter Ware auf dem Markt.

Stadträtin Bettina Messinger, Sprecherin im Verwaltungs- und Personalausschuss, sagt:

„Der Bericht zeigt, dass es bei der Stadt ein ausgeprägtes Bewusstsein für das Thema gibt und teilweise sogar Pionierarbeit geleistet wird. So ist München anscheinend die erste Stadt, die Rahmenverträge über fair gehandelte Bälle abgeschlossen hat. Das freut uns. Es ist wichtig, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangeht! Es gibt leider zahlreiche Produkte, für die Kinder ausgebeutet werden, bei deren Herstellung nur Hungerlöhne bezahlt werden oder deren Produktion Naturzerstörungen zur Folge hat. Wo immer die Stadt auf solche Produkte verzichten kann, sollte sie es tun – selbst wenn die Anschaffung dann ein bisschen teurer ausfällt. Wir alle wissen, dass insbesondere in Textilfabriken teils katastrophale Arbeitsbedingungen herrschen. Es ist uns deshalb ein großes Anliegen, dass die Stadt beim Kauf von Arbeitskleidung weiterhin neue Wege findet, um fair und nachhaltig produzierte Ware zu erwerben.“

  • Bettina Messinger
    Bettina Messinger, Stadträtin

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