Gemeinsame Initiative für den Radverkehr in München

18. Dezember 2015

Im Sommer haben sich Münchner Stadträtinnen und Stadträte bei einer Reise nach Amsterdam, Rotterdam und Utrecht Anregungen dazu geholt, wie das Radfahren noch attraktiver und sicherer gemacht werden kann. Auch danach blieben die verschiedenen Fraktionen im Gespräch, um auszuloten, welche gemeinsamen Initiativen auf den Weg gebracht werden können. Heute sind vier interfraktionelle Anträge gestellt worden.

Die Stadtratsmitglieder stoßen eine Offensive für neue Radl-Parkplätze an, weil es an vielen Münchner Knotenpunkten daran mangelt – wie etwa am Isartor, Ostbahnhof oder an der Uni. Wo machen neue Stellplätze Sinn, wo gleich ein ganzes Fahrradparkhaus? Das soll die Verwaltung jetzt erarbeiten. Dem Baureferat geben die Stadtpolitiker zugleich auf, schrottreife und aufgegebene Räder im öffentlichen Raum fortan jedes halbe Jahr zu entfernen. Außerdem soll in einem Pilotprojekt an sechs Straßen erprobt werden, ob es Vorteile mit sich bringt, Radfahrstreifen in rotem Asphalt zu realisieren. Bislang gibt es rot markierte Streifen nur an Kreuzungen und Gefahrenstellen.

Der vierte Antrag widmet sich dem „Verkehrsentwicklungsplan-Rad“, der aus dem Jahr 2002 stammt und die Grundlage für den Ausbau des Radverkehrsnetzes ist. Dieser Plan soll jetzt aktualisiert und um die Kategorie der Radschnellwege ergänzt werde. Bei der Umsetzung soll eine Prioritätenliste abgearbeitet werden.

SPD-Stadträtin Bettina Messinger, Radverkehrsbeauftragte der Fraktion, sagt:

„Dass wir fraktionsübergreifend ein gemeinsames Antragspaket erarbeitet haben, zeigt deutlich, welchen Stellenwert der Radverkehr in unserer Stadt hat. Wir sind uns alle einig, dass wir den Radverkehr weiter fördern müssen. Der Rathaus-SPD ist klar: Damit sich viele Menschen für dieses umweltfreundliche und platzsparende Fortbewegungsmittel entscheiden, müssen wir unser Radnetz noch sicherer und komfortabler machen. Schon heute ist man in München mit dem Fahrrad oft wesentlich schneller am Ziel als mit dem Auto. Hier müssen wir ansetzen, neue attraktive Verbindungen schaffen und bestehende Routen verbessern.“

SPD-Stadtrat Christian Amlong, Planungssprecher der Fraktion, ergänzt:

„Es ist rund 15 Jahre her, dass der Verkehrsentwicklungsplan für den Münchner Radverkehr entwickelt wurde. Seither hat sich viel verändert: Die Zahl der Radlerinnen und Radler hat stark zugenommen, auf einigen Radwegen ist es immer enger geworden. Heute ist klar: München braucht einen neuen Masterplan, wie das Radnetz weiter ausgebaut und verbessert werden kann. Einen Plan, der ganz klare Prioritäten vorgibt und ein systematisches Vorgehen ermöglicht. Es darf allerdings nicht passieren, dass das Thema brach liegt, während an dem neuen Plan getüftelt wird. Dringliche Strecken müssen ohne Zeitverzug umgesetzt werden.“

Hier finden Sie die interfraktionellen Anträge zum Thema:

Schrotträder
Stellplätze
Rote Fahrstreifen
Verkehrsentwicklungsplan

  • Christian Amlong
    Christian Amlong, Stadtrat
  • Bettina Messinger
    Bettina Messinger, Stadträtin

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