Monitoring beschlossen: Wie erfolgreich funktioniert die berufliche Integration von Flüchtlingen in München?

08. Dezember 2015

Es muss gelingen, möglichst viele Flüchtlinge in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Rahmenbedingungen in München sind günstig. Die Wirtschaft wächst überdurchschnittlich, insbesondere das Handwerk sucht dringend Azubis.

Klar ist aber: Um die Flüchtlinge fit für den Arbeitsmarkt zu machen, bedarf es großer Investitionen in Sprachförderung und Qualifizierung. In München gibt es bereits ein breites Angebot an Hilfsmaßnahmen. Doch welchen Erfolg haben diese? In welchem Umfang und mit welchem Erfolg werden aus Flüchtlingen in unserer Stadt Arbeitnehmer? Wie gut sind die Jobs, die sie erhalten? Und welche Branchen und Wirtschaftszweige bieten das meiste Potenzial? Das soll das Referat für Arbeit und Wirtschaft nun mit einem Arbeitsmarktmonitoring untersuchen. So hat es der zuständige Stadtratsausschuss heute beschlossen. Ausgewertet werden unter anderem Daten des Jobcenters, der Bundesagentur für Arbeit oder der beiden Kammern, auch Unternehmensbefragungen soll es geben.

Außerdem ist eine Längsschnittuntersuchung zu jungen Flüchtlingen geplant, über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg soll beobachtet werden, welchen Weg sie gehen – von der Berufsschule bis zum hoffentlich erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Die Ergebnisse beider Erhebungen sollen dazu dienen, bei Unterstützungsangeboten nachjustieren zu können.

Doch der Fokus im heutigen Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft lag nicht nur auf der beruflichen Integration von Flüchtlingen. Die Stadträtinnen und Stadträte beschlossen auch die Fortschreibung des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms. 23,5 Millionen Euro sind im nächsten Jahr insgesamt reserviert, um Langzeitarbeitslosen, Wiedereinsteigerinnen und Menschen mit Migrationshintergrund helfen zu können, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

SPD-Stadträtin Simone Burger sagt:

„55 Prozent der Flüchtlinge sind jünger als 25 Jahre. Für unseren Arbeitsmarkt bedeuten die jungen Menschen eine echte Chancen. So waren zuletzt in München mehr als 1000 Ausbildungsplätze im Handwerk nicht besetzt. Wir müssen es schaffen, dass aus den Flüchtlingen in unserer Stadt Azubis und Arbeitnehmer werden, dann profitieren alle Seiten. Die Untersuchungen, die wir heute auf den Weg gebracht haben, werden uns dabei helfen, diesen Prozess gezielter und effektiver zu gestalten. Klar ist, dass es Integration nicht zum Nulltarif geben wird: Sprachkurse und Hilfe bei der Qualifizierung verursachen hohe Ausgaben. Ungleich höher wären jedoch die Kosten einer nicht gelingenden Integration. Außerdem ist und bleibt München eine soziale Stadt. Wir arbeiten dafür, dass jeder Mensch bei uns eine gerechte Chance hat, sein Leben und seine berufliche Zukunft so zu gestalten, dass er damit zufrieden sein kann.“

  • Simone Burger
    Simone Burger, Stadträtin

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