München als Vorreiter: Die Stadt erhält ein Young Refugee Center

02. Februar 2016

In München entsteht ein „Young Refugee Center“ (YRC), eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung. Diese zentrale Anlaufstelle für minderjährige Flüchtlinge wird derzeit in einem ehemaligen Bürogebäude mit Wohnungen in der Marsstraße, nahe des Hauptbahnhofs, realisiert.

Dort werden in Zukunft 180 Bettplätze in sechs Kurzzeitwohngruppen angeboten. Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Stadtrats hat heute einstimmig grünes Licht gegeben, als Starttermin ist der 15. April vorgesehen.

Im YRC sollen alle Aufgaben, die die Stadt im Hinblick auf die jungen Menschen zu erfüllen hat, unter einem Dach erledigt werden können: Die Neuankömmlinge werden registriert, ärztlich versorgt und psychologisch betreut. Es wird eine Altersschätzung vorgenommen und die Möglichkeit angeboten, Kontakt zur Familie aufzunehmen. Auch die Ausländerbehörde ist mit vor Ort. Das YRC löst das jetzige Ankunftszentrum in der Bayernkaserne ab.

Seit November werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach dem Königssteiner Schlüssel bundesweit weiterverteilt. Maximal vier Wochen hat München Zeit, um die Jugendlichen nach einer „vorläufigen Inobhutnahme“ an ihren zukünftigen Aufenthaltsort zu vermitteln. Das Sozialreferat rechnet damit, dass heuer mehr als 11.000 Minderjährige ohne ihre Eltern nach München kommen werden.

SPD-Stadtrat Christian Müller, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion, sagt:

„Mit dem Young Refugee Center nimmt München bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Wir machen es zuvorderst den Jugendlichen, aber auch der Stadtverwaltung und den freien Trägern leichter, indem wir alle Aufgaben unter einem Dach bündeln. Wir sind sehr froh, dass es gelungen ist, ein gutes Objekt in zentraler Lage für die neue Anlaufstelle zu finden. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch bundesweit bessere Strukturen aufgebaut werden, damit die Verteilung der Jugendlichen nach dem Königssteiner Schlüssel reibungslos funktionieren kann. Insbesondere junge Flüchtlinge, die in ihrer Heimat oder auf der Flucht teils schreckliche Erfahrungen machen mussten und nun ganz auf sich gestellt sind, brauchen möglichst professionelle und unbürokratische Hilfe, um sich in ihrem neuen Leben zurecht zu finden. Das Young Refugee Center ist ein wichtiger Baustein dafür.“

  • Christian Müller
    Christian Müller, Stadtrat

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