Neuer Gedenkstein für Gustav Landauer auf dem Waldfriedhof

12. November 2015

Auf dem Waldfriedhof soll im nächsten Jahr ein Gedenkstein für den Pazifisten Gustav Landauer errichtet werden.

Im heutigen Gesundheitsausschuss, der für die städtischen Friedhöfe zuständig ist, wurde das Thema zwar in die nächste Vollversammlung vertagt – allerdings lediglich wegen einer Verfahrensfrage, die rasch geklärt werden kann. Eine breite Zustimmung zu dem Beschluss ist sicher.

Der Schriftsteller und politische Aktivist Landauer war am 2. Mai 1919 brutal in Stadelheim ermordet worden. Bereits vier Jahre später wurde er mit einem Denkmal auf dem Waldfriedhof geehrt, einem 5,30 Meter hohen Obelisken aus Muschelkalk. Doch die NSDAP ließ 1933 sowohl Landauers Grab als auch das des ermordeten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner entfernen und zerstörte die Denkmäler. Die Urnen mit der Asche der beiden Toten erhielt die Israelitische Kultusgemeinde.

Nun wird ein neuer Gedenkstein für Gustav Landauer errichtet, im alten Teil des Waldfriedhofs, Gräberfeld 95, direkt am Hauptweg. 20.000 Euro stellt die Stadt dafür zur Verfügung. Eine Replik des ehemaligen Grabsteines soll nicht angefertigt werden. Stattdessen wird es einen Wettbewerb von Münchner Bildhauern und Steinmetzen geben, die Entwürfe vorlegen können. Nur eines soll gleich bleiben: Die Inschrift, die am früheren Denkmal angebracht war, wird auch den neuen Stein schmücken.

„Jetzt gilt es noch Opfer anderer Art zu bringen nicht heroische sondern stille unscheinbare Opfer: um für das rechte Leben ein Beispiel zu geben
1870 GUSTAV LANDAUER 1919“

Dr. Ingo Mittermaier, SPD-Stadtrat und Sprecher im Gesundheitsausschuss, sagt:

„Gustav Landauer ist eine spannende und bedeutende Figur der Münchner Geschichte, er verdient ein ehrendes Andenken. Wir hoffen, dass das neue Denkmal dazu führen wird, die Erinnerung an ihn lebendig zu halten. Landauer war ein revolutionärer Denker, ein Sozialist und Anarchist. Eine Auseinandersetzung mit seinen Überzeugungen ist auch heute noch absolut lohnend, zum Beispiel was seine Kriegsgegnerschaft und pazifistische Grundhaltung angeht. Gut, dass es in dreieinhalb Jahren, an seinem 100. Todestag, ein Denkmal auf dem Waldfriedhof für ihn geben wird!“

  • Dr. Ingo Mittermaier
    Dr. Ingo Mittermaier, Stadtrat

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