Stadt vergibt Areal für Werkswohnungen – SPD: „Ein Anfang ist gemacht!“

04. Februar 2016

Erstmals seit Jahren errichtet ein privater Investor in München Werkswohnungen. Auf einem Grundstück in der ehemaligen Funkkaserne im Stadtbezirk Schwabing-Freimann werden rund 30 Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens entstehen.

Der Kommunalausschuss des Stadtrats hat heute in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, dass der Firma ein rund 1500 Quadratmeter großes städtisches Grundstück verkauft werden soll, damit sie ihr Projekt realisieren kann.

SPD-Stadträtin Ulrike Boesser, Sprecherin der Fraktion im Kommunalausschuss, sagt:

„Wir freuen uns sehr, dass ein privates Unternehmen in den Werkswohnungsbau einsteigt. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist hoch. Wer seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer teuren Stadt wie München günstigen Wohnraum anbieten kann, hat ein unschlagbares Argument auf seiner Seite. Es verwundert uns, dass die Firmen bislang so zögerlich agieren, wenn es um das Thema Werkswohnungsbau geht. Nun ist aber ein Anfang gemacht und wir hoffen, dass möglichst viele andere Unternehmen dem jetzigen Beispiel folgen – allein schon aus Eigennutz.“

Die neuen Werkswohnungen werden den Kriterien des Konzeptionellen Mietwohnungsbaus (KMB) unterworfen sein. Was bedeutet das? Käufer müssen sich im Rahmen dieses Programms verpflichten, bestimmte Vorgaben einzuhalten. So müssen die Wohnungen 40 bis 60 Jahre lang vermietet werden. Die Umwandlung in Eigentumswohnungen ist in dieser Zeit ausgeschlossen, genau wie Eigenbedarfskündigungen. Die Erst- und Wiedervermietungsmiete sind an den Mietspiegel gekoppelt. Erhöhungen dürfen höchstens im Rahmen der Inflationsrate erfolgen, selbst wenn der Mietspiegel stärker steigt. Im Gegenzug ist der Kaufpreis für die Fläche niedriger, die Stadt verzichtet also auf Einnahmen.

Im vorigen Jahr hatte die Rathaus-SPD beantragt, dass der Konzeptionelle Mietwohnungsbau von einem Pilotprojekt zum Regelprogramm werden soll. Auf städtischen Flächen sollen nach dem Willen der SPD künftig stets zu 50 Prozent geförderter Mietwohnungsbau, zu 30 Prozent konzeptioneller Mietwohnungsbau und lediglich zu 20 Prozent freifinanzierter Wohnungsbau entstehen. Die Bearbeitung dieses Antrags dauert an.

Der Kommunalausschuss hat in der selben Sitzung heute dem Verkauf weiterer städtischer Grundstücke zugestimmt, auf denen Mietwohnungsbau nach den KMB-Kriterien erfolgen soll. Es handelt sich um rund 6500 Quadratmeter große Flächen im Prinz-Eugen-Park, auf denen 128 Mietwohnungen sowie ein „Nahbereichszentrum“ mit Handels- und Dienstleistungseinrichtungen sowie Gastronomie geplant sind. Für das Areal, das in exponierter Lage am Quartiersplatz (Maria-Nindl-Platz) und an der Cosimastraße liegt, wird es einen Realisierungswettbewerb geben.

  • Ulrike Boesser
    Ulrike Boesser, Stadträtin

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