Stadt will Street Art und Graffiti stärker fördern – Rathaus-SPD hofft auf „mehr farbenfrohe Schönheit in unserer Stadt“

03. Dezember 2015

Bunt, sozialkritisch, hintersinnig oder einfach witzig: In Städten wie Berlin, London oder Lissabon gehören Graffiti und Street Art längst zum Stadtbild. In München dagegen ist diese Kunstform noch nicht sehr etabliert.

Deshalb hatte der Stadtrat im vorigen Jahr beschlossen, einen Fördertopf in Höhe von 80.000 Euro einzurichten, mit dem lokale und internationale Kunstprojekte unterstützt werden. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt: Das Geld reicht nicht. Zwar konnten damit Material- und Produktionskosten finanziert werden, nicht aber angemessene Honorare für die Kunstschaffenden.

Deshalb hat der Kulturausschuss des Stadtrats heute beschlossen: Der Etat wird deutlich ausgeweitet. Künftig sollen jährlich 180.000 Euro für die Förderung konkreter Projekte zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird der Verein „Positive Propaganda“, der bereits international renommierte Künstler nach München geholt hat, in den nächsten drei Jahren je 100.000 Euro für seine Arbeit erhalten.

Das Kulturreferat versucht seit dem Sommer, Flächen zu gewinnen, auf denen Künstler sich kreativ austoben können: Fassaden, Brückenpfeiler, Bauzäune oder Unterführungen. Bislang konzentriert sich die Suche auf städtische Flächen, künftig sollen aber verstärkt auch Kontakte zu privaten Eigentümern gesucht werden. Wobei diese ihre Zustimmung oft daran knüpfen, dass die Fassade nach ein paar Jahren in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird – und das kostet.

SPD-Stadtrat Klaus Peter Rupp, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion, sagt:

„Street Art und Graffiti können farbenfrohe Schönheit in unsere Stadt bringen – auch an Orten, an denen ansonsten nur wenig Schönes zu finden ist. Es ist eine Kunstform, die in anderen Städten längst etabliert ist, die in München aber viele Jahre lang ein wenig stiefmütterlich behandelt wurde. Wir sind froh, dass sich das inzwischen geändert hat, und die Stadt nun auch deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen wird, um Graffiti und Street Art zu fördern. Die SPD-Fraktion hat bereits im September angeregt, auch Bauzäune und Lärmschutzwände mit Street Art zu bespielen. Wenn es uns gelingt, auch temporäre Flächen für Kunstprojekte zu nutzen, profitieren alle davon – die Künstler, die Platz für Kreativität erhalten und die Menschen, die vorbeikommen und sich daran erfreuen können.“

  • Klaus Peter Rupp
    Klaus Peter Rupp, Stadtrat

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