Stadtrat startet Sonderprogramm für günstige Wohnungen

16. März 2016

Die Vollversammlung hat heute ein Sofortprogramm für den Wohnungsbau in München beschlossen. Das Projekt mit dem Namen „Wohnen für alle“ zielt auf die Schaffung zusätzlicher günstiger Wohnungen, die insbesondere Familien mit geringem Einkommen, Azubis, jungen Berufstätigen oder Flüchtlingen zur Verfügung stehen werden.

3000 weitere Wohneinheiten sollen innerhalb von vier Jahren entstehen – zusätzlich zu den wohnungspolitischen Zielzahlen, die ohnehin schon höher liegen als je zuvor. Ein Drittel der neuen Bleiben soll noch heuer beziehungsweise bis Anfang 2017 fertig werden. Die Hälfte der geplanten Appartements wird von den Wohnungsbaugesellschaften der Stadt errichtet, für die andere Hälfte werden private Investoren mit ins Boot geholt.

Das Ziel, rasch verfügbare Wohnungen mit niedrigerer Miete zu realisieren, soll auch dadurch erreicht werden, dass in Modulbauweise und mit abgespecktem Standard gebaut wird. Das kann bedeuten: weniger Wohnfläche, einfachere Bäder, keine Keller, Abstriche bei der Barrierefreiheit.

Die richtige Richtung zeigte die Rathaus-SPD bereits im vorigen November auf, als sie ein Antragspaket einbrachte, in dem sie mehr Klein-Wohnungen und weniger Auflagen im Wohnungsbau forderte. Auch für ein konkretes Einzelprojekt aus dem heute beschlossenen Programm war die SPD der Ideengeber: Oberbürgermeister Dieter Reiter und SPD-Fraktionschef Alexander Reissl hatten gemeinsam einen Parkplatz am Wintereingang des Dantebads ausgesucht und vorgeschlagen, diesen mit einem Wohnhaus auf Ständern zu überbauen. Und noch in einer dritten, ganz zentralen Hinsicht, ebnete die Rathaus-SPD den Weg für den heutigen Beschluss: Durch ein von ihr initiiertes Sonderprogramm stehen nun überhaupt die finanziellen Mittel für die Bauoffensive zur Verfügung. Für das Projekt sind städtische Fördermittel in Höhe von 188,4 Millionen Euro vorgesehen als Darlehen für die städtischen Wohnbaugesellschaften und die private Wohnungswirtschaft.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl sagt:

„München wagt einen ambitionierten Bauchaufschwung: In so kurzer Zeit so viele günstige Wohnungen zu bauen, ist sportlich – aber es ist machbar. Die Rathaus-SPD hat theoretisch und praktisch den Grundstein dafür gelegt, dass wir jetzt schnell erste Erfolge erzielen können. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist so immens, dass Menschen mit kleinem Geldbeutel kaum eine bezahlbare Bleibe finden. Diesen Druck müssen wir verringern, sonst riskieren wir, dass Familien oder Azubis unserer Stadt in Zukunft den Rücken kehren.“

SPD-Stadtrat Christian Amlong, planungspolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt:

„Wenn wir ausschließlich 75-Quadratmeter-Wohnungen mit Badewanne, Keller und Balkon bauen, lassen wir die Bedürfnisse eines Teils der Bevölkerung völlig außer Acht. Viele möchten gerne eine kleinere und simplere Wohnung beziehen, wenn sie dafür weniger Miete zahlen müssen. Auch in der Modulbauweise werden die Wohnungen ansprechend gestaltet. Die städtischen Gesellschaften GWG und Gewofag sind bei diesem Sonderprogramm mit neuer Schnelligkeit und Flexibilität unverzichtbar.“

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Diese Visualisierung zeigt, wie ein Objekt aus dem Sonderprogramm "Wohnen für alle" aussehen könnte. Quelle: Gewofag

  • Christian Amlong
    Christian Amlong, Stadtrat
  • Alexander Reissl
    Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender

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