Statement der Rathaus-SPD zur Kritik von Minister Spaenle an den Planungen für die Neugestaltung des Hauptbahnhofs

20. Januar 2016

Medienberichten ist zu entnehmen, dass Kultusminister Ludwig Spaenle grundsätzliche Kritik an den Plänen für die Neugestaltung des Münchner Hauptbahnhofs geäußert hat. Laut Zeitungsartikeln nennt er das vorgeschlagene Hochhaus an der Arnulfstraße „monströs“ und stellt insgesamt einen Neubau des Hauptbahnhofs in Frage, weil er die „Außenhaut“ des Gebäudes für erhaltenswert hält. Bei der Rathaus-SPD stößt diese Haltung in mehrfacher Hinsicht auf Unverständnis.

SPD-Stadtrat und Planungssprecher Christian Amlong sagt:

„Wir können uns ein Hochhaus an dieser Stelle nach wie vor gut vorstellen. Wo, wenn nicht hier an einem der zentralsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt? Eine Untersuchung hat ergeben, dass es durch den Bau keine wesentlichen Störungen der Sichtachsen auf Münchens historische Türme gäbe. Wenn Minister Spaenle da zu einer anderen Einschätzung kommt, würden wir gerne wissen, auf welcher Grundlage er dies tut. Schon im Sommer haben wir betont, dass das A und O bei dem Hochhaus eine ansprechende Fassadengestaltung sein wird. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass ein Beratergremium die Planungen für den Hauptbahnhof begleitet. Absurd ist aus meiner Sicht die Einschätzung, die jetzige Außenhaut des Hauptbahnhofs sei erhaltenswert. Dass der Hauptbahnhof derzeit wenig ansprechend wirkt und nicht gerade ein Aushängeschild ist, sieht leider jeder, der dort ankommt oder abfährt.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl ergänzt:

„Die Äußerungen von Minister Spaenle sind irritierend. Das vorgesehene Hochhaus würde schließlich außerhalb der Altstadt entstehen und wäre mit 75 Metern Höhe auch alles andere als ein richtiger Wolkenkratzer. In der Umgebung gibt es außerdem bereits andere Hochpunkte wie zum Beispiel das benachbarte BR-Funkhaus oder das Hotel Deutscher Kaiser. Auch das Timing des Ministers ist verwunderlich. Im vorigen April hat der Stadtrat den Planungen nahezu einstimmig – übrigens auch mit den Stimmen der CSU – zugestimmt. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, ist scheinbar auch Herr Spaenle aufgewacht und verkündet seine Sicht der Dinge, die unserer Meinung nach nicht gerade großstädtisch ist. Es scheint so, als ließe der Minister aus Schwabing seine Wünsche fürs Münchner Stadtbild plötzlich eher von Sonntagsausflügen aufs Land beeinflussen. Man muss sich städtebaulich mal was trauen und das bedeutet auch, sich an geeigneten Standorten in die Höhe zu wagen. Warum Herr Spaenle zum Hauptbahnhof jetzt öffentlich eine andere Position vertritt als die CSU im Rathaus, erschließt sich uns nicht.“

Hauptbahnhof_Hochhaus
Um diesen Entwurf geht's: Das Hochhaus am Hauptbahnhof. Simulation: Deutsche Bahn/Auer+Weber

  • Christian Amlong
    Christian Amlong, Stadtrat
  • Alexander Reissl
    Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender

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