Vollversammlung beschließt das Erhaltungssatzungsgebiet „Sendling-Westpark“ rund um den Luise-Kiesselbach-Tunnel

27. Januar 2016

In München gibt es bisher 18 Erhaltungssatzungsgebiete, in denen ca. 214.000 Einwohnerinnen und Einwohner vor der Umwandlung ihrer Miet- in Eigentumswohnungen und vor Luxussanierungen geschützt werden. Nun kommt noch ein weiteres hinzu.

Die Vollversammlung des Stadtrats hat heute gegen die Stimmen von CSU, FDP, Piraten und Alfa beschlossen, dass für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers rund um den neuen Luise-Kiesselbach-Tunnel sowie nördlich und östlich daran angrenzende Bereiche eine Erhaltungssatzung erlassen werden soll.

Im Gebiet der neuen Erhaltungssatzung „Sendling-Westpark“ wurde die Hälfte der Wohngebäude zwischen 1949 und 1968 erbaut, in ganz München sind es nur etwas mehr als ein Drittel. In den vergangenen Jahren konnte das Planungsreferat bereits eine im Vergleich zum Rest der Stadt überdurchschnittliche Modernisierungstätigkeit feststellen, außerdem war auch die Zahl der erteilten Abgeschlossenheitsbescheinigungen (eine Voraussetzung für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnraum) mehr als doppelt so hoch. In dem Quartier wohnen 21.700 Menschen in 12.300 Wohnungen.

Christian Amlong, planungs- und wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sagt:

„Der Erhalt von bezahlbaren Wohnungen ist in einer boomenden Stadt wie München ein zentraler Baustein, um die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit ausreichend Wohnraum sicherstellen zu können. Zudem wollen wir auch in Zukunft gemischte Stadtviertel, in denen Menschen verschiedener Alters- und Einkommensklassen miteinander leben. Der Erlass einer Erhaltungssatzung ist ein wesentliches Instrument, um einer Verdrängung von einkommensschwächeren Menschen aus ihren angestammten Vierteln einen Riegel vorzuschieben. Die SPD-Fraktion unterstützt deshalb den Erlass neuer ebenso wie die Verlängerung bereits bestehender Erhaltungssatzungen ausdrücklich. Wer im Eigenheim wohnt, muss durch die neue Satzung keine Einschränkungen befürchten.“

Jens Röver, örtlicher SPD-Stadtrat, ergänzt:

„Durch die Eröffnung des Luise-Kiesselbach-Tunnels hat sich das Wohnumfeld wesentlich verbessert. 23 Prozent der dortigen Haushalte haben jedoch ein monatliches Nettoeinkommen von 1.500 Euro oder weniger, die jährliche Kaufkraft im Vergleich zur Münchner Gesamtbevölkerung ist um 2.500 Euro geringer. Diese Daten zeigen, dass im Falle von Mieterhöhungen die Gefahr einer Verdrängung der örtlichen Bevölkerung besteht. Wir begrüßen deshalb den Erlass der Erhaltungssatzung „Sendling-Westpark“, die unmittelbar an die bereits bestehende Erhaltungssatzung „Am Harras/ Passauerstraße“ angrenzt und dadurch weitere Teile Sendlings und Sendling-Westparks schützt.“

Erhaltungssatzungsgebiet_Sendling_Westpark
Das ist der Umgriff des neuen Erhaltungssatzungsgebiets.

  • Christian Amlong
    Christian Amlong, Stadtrat
  • Jens Röver
    Jens Röver, Stadtrat

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