Moderne Bestattungskultur in einer weltoffenen Stadt II Akteure zum Thema Friedhofskultur zusammen bringen

30. November 2018

Antrag

Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, ein Format zu entwickeln, an dem alle Akteure rund um das Thema Bestattung und Friedhöfe teilnehmen. Damit soll ein fachlicher Dialog gestartet werden, in dessen Mittelpunkt die Frage steht, inwieweit die Angebote und Strukturen unserer Friedhöfe den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst und zeitgemäß erweitert werden können. VertreterInnen aus Stadtgesellschaft und Politik sollen einbezogen werden.

Begründung

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Bestattungskultur in Deutschland stark verändert. Wurden in den 1960er Jahren noch ca. 90% aller Beerdigungen mit Sarg durchgeführt, so liegt der Anteil dieser Erdbestattungen inzwischen bei nur noch 40%. Neben der häufig gewählten Urnenbeisetzung verzeichnen jedoch auch weitere Alternativen eine Nachfragezunahme. So steigen deutschlandweit beispielsweise die Zahlen von anonymen Bestattungen wie der Seebestattung oder dem Verstreuen der Asche auf friedhofseigenen Aschestreuwiesen und in sogenannten Ruhewäldern.

Zwar ist es mittlerweile auf einigen Münchner Friedhöfen möglich, neben den traditionellen Beisetzungsformen auch ein Grab unter speziell ausgewiesenen Friedhofsbäumen zu erhalten – jedoch sollte in größerem Maßstab geprüft werden, inwieweit der aktuelle Service der Stadt rund um die letzte Ruhestätte noch nachfragegerecht ist und welche zeitgemäßen Möglichkeiten und Entwicklungen aktuell in diesem Bereich existieren.

Hierfür soll die Städtische Friedhofsverwaltung, in Zusammenarbeit mit lokalen und überregionalen ExpertInnen und BranchenkennerInnen, zunächst ein Format der Zusammenarbeit (bspw. Vereins- oder Kommissionstruktur) und in der Folge ein Konzept zur Stärkung der Qualität der städtischen Leistungen einerseits sowie zur Modernisierung der Angebotspalette andererseits erarbeiten.

Ebenso soll diskutiert werden, wie Bestattungsprogramme und Friedhofslandschaften in München weiterentwickelt werden können, um den Bedarfen und Anforderungen einer vielfältigen, weltoffenen und ebenso interkulturellen Stadtgesellschaft auch künftig gerecht zu werden.

gez.
Kathrin Abele
Simone Burger
Birgit Volk
Haimo Liebich
Julia Schönfeld-Knor
Gerhard Mayer

Stadtratsmitglieder