Kinderbetreuung in München weiter stärken V – Teilnahme städtischer Kitas am fit4future-Projekt und Ausweitung auf alle Kitas

21. November 2019

Antrag

Das Referat für Bildung und Sport wird aufgefordert, sich mit einer oder mehreren städtischen Kitas um eine Teilnahme am Präventionsprojekt „fit4future“ zu bewerben (https://kita.fit-4-future.de/). Die einjährige Programmdauer soll dabei als Pilotprojekt behandelt und anschließend evaluiert werden. Bei positiver Beurteilung, soll die Verwaltung an die Mitentwickler, die Technische Universität München (TUM), Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin herantreten und sich um eine Kooperation hinwirken, um das Programm dahingehend zu entwickeln, dass es auf alle städtischen Kitas und ggf. auch alle weiteren Betreuungseinrichtungen ausgeweitet werden kann.

Begründung

Schon in der frühen Kindheit werden die Weichen für lebenslange Gewohnheiten gestellt. Präventionsmaßnahmen im Kindesalter haben eine erhebliche Bedeutung, wenn es darum geht einen langfristig gesunden Lebensstil zu entwickeln. Das Konzept „fit4future“ wurde von der Cleven-Stiftung Deutschland, der DAK-Gesundheit und der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der TUM entwickelt und zuerst an Schulen ausgerollt. Ab Januar 2020 gibt es die bundesweiten Initiative auch für Kitas, die Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren betreuen. Die Teilnahme an diesem Programm ist kostenlos, pro Kita fallen lediglich einmalig 360,- Euro für die Bewegungsmaterialien an.

Ziel ist , die Lebensgewohnheiten und Lebensstile von Kindern nachhaltig positiv zu beeinflussen, ggfs. zu ändern und zu verbessern. Ferner wird die Entwicklung der Kita zu einer gesundheitsfördernden Organisation unterstützt. Dazu werden die Themenschwerpunkte Bewegung, Ernährung, Brainfitness und Verhältnisprävention zielgruppenspezifisch und spielerisch an die Kinder herangetragen. Der Zugang erfolgt nicht belehrend, sondern anregend, motivierend und nachhaltig. Praktische Umsetzungshilfen liefern wertvolle Orientierung für die Anwendung im Kita-Alltag. Ein solches, wissenschaftlich entwickeltes und fundiertes Angebot im Rahmen der Kinderbetreuung erhöht die Qualität dieser.

Zur örtlichen Umsetzung erhalten die Kitas zahlreiches Material und professionelle Begleitung. Zudem werden zwei Erzieher*innen und pädagogische Fachkräfte der Kita zu „fit4future Kita-Coaches“ ausgebildet. Dafür nehmen sie an einem fit4future-Workshop teil und erhalten zwei ganztägige Fortbildungen der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft. Damit erhält das beteiligte Betreuungspersonal quasi eine kostenfreie Weiterqualifizierung, was als zusätzlicher Anreiz bei der Personalgewinnung dienlich sein kann.

Die Teilnahme einer oder mehrerer städtischer Kitas bringt somit diverse Vorteile mit sich, ohne dabei erhebliche zusätzliche Haushalts- oder Personalbedarfe auszulösen. Daher wird die Verwaltung aufgefordert, sich mit einer oder mehreren städtischen Kitas um eine Teilnahme am Präventionsprojekt „fit4future“ zu bewerben. Die Vorteile, insbesondere in Hinblick auf die weitere Qualitätssteigerung der Kitas, sollen im Anschluss evaluiert und beurteilt werden. Im Falle einer positiven Beurteilung der Entwicklung sollte die Möglichkeit für alle städtischen Kitas und ggf. sonstigen Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Nachdem der Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der TUM maßgeblich an der Entwicklung des Programms beteiligt war, erscheint die Initiierung einer Kooperation, die das Programm konkret für Münchner Einrichtungen aufbereitet und weiterentwickelt, realistisch.

gez.
Julia Schönfeld-Knor
Verena Dietl
Christian Müller
Kathrin Abele
Haimo Liebich
Cumali Naz
Anne Hübner
Marian Offman

Stadtratsmitglieder