Lebendige Straßen: Platz zum Spielen, Flanieren und Verweilen durch Nachbarschaftsstraßen in ganz München

03. Juni 2020

Antrag

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob in jedem Stadtbezirk Münchens mindestens eine temporäre Nachbarschaftsstraße – mindestens bis zum Ende der Sommerferien 2020 – eingerichtet werden kann.

Dabei sind je nach örtlichen Gegebenheiten verschiedene Möglichkeiten denkbar und zu prüfen, nach Möglichkeit auf Vorschlag des örtlichen Bezirksausschusses:

  • Die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs (Zeichen 325) für die gesamte Dauer (also rund um die Uhr für einige Wochen), in dem Fußgänger*innen stets Vorrang haben, der jedoch im Schritttempo auch von Fahrrädern und Kraftfahrzeugen befahren werden kann.
  • Die Einrichtung von echten Spielstraßen mit einem Verbot für Fahrzeuge aller Art (Zeichen 250 und Zusatzzeichen 1010-10) für jeweils wiederkehrende feste Zeiten (etwa jeweils samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr).

Straßen, die vom Öffentlichen Personennahverkehr genutzt werden, sollen nicht als Nachbarschaftsstraßen ausgewiesen werden.

Begründung:

Die temporären Nachbarschaftsstraßen sollen mehr Raum schaffen für Begegnung und Austausch, zum Flanieren und Spielen. Im Sommer kann unkompliziert ausprobiert werden, was irgendwann dauerhaft Realität werden soll: Die Umwidmung von Raum für Autos in Raum für Menschen.

Die temporäre Ausweisung soll gut kommuniziert werden. Insbesondere im Falle der Ausweisung von “echten Spielstraßen” nach Zeichen 250 und Zusatzzeichen 1010-10 müssen die Anwohner*innen im Vorfeld wissen, zu welchen Zeiten sie nicht durchfahren oder parken können, um ggf. vorab ein Fahrzeug außerhalb des Bereichs parken. Es ist denkbar, die temporären Fußgängerzonen über das Ende der Sommerferien hinaus bis in den Herbst hinein auszuweisen. Dies ist mit den örtlichen Bezirksausschüssen abzustimmen.

Temporäre Nachbarschaftsstraßen sind einfach einzurichten, leicht reversibel, können eine große Entlastung der bestehenden und momentan nur eingeschränkt nutzbaren Freizeitangebote darstellen und für Kinder und alle Anwohner*innen gerade in Quartieren mit wenig Freiflächen zusätzlich öffentlichen Raum zu Austausch und Begegnung nutzbar machen. Gleichzeitig können die Belange mobilitätseingeschränkter Personen gut berücksichtigt werden. Deshalb möchten wir diese Möglichkeit in allen Stadtbezirken Münchens ausprobieren.

gez.

Andreas Schuster
Nikolaus Gradl
Anne Hübner
Christian Müller
Lena Odell
Kathrin Abele
Christian Vorländer
Felix Sproll
Simone Burger
Roland Hefter
SPD/Volt Fraktion

Gudrun Lux
Paul Bickelbacher
Dr. Florian Roth
Anna Hanusch
Mona Fuchs
Sofie Langmeier
Florian Schönemann
Christian Smolka
Sibylle Stöhr
Marion Lüttig
Fraktion Die Grünen - Rosa Liste