Münchens Artenvielfalt erhalten

19. November 2020

Antrag

Für die Gebietsbetreuung und Erholungslenkung in Münchens naturschutzfachlich besonders sensiblen Gebieten wie zum Beispiel Moosgrund, Allacher Lohe, Angerlohe und Freiham, sollen im Haushalt 2021 des zukünftigen Referats für Klima- und Umweltschutz zusätzliche Mittel in Höhe von 200.000 Euro bereitgestellt werden.

Begründung

Die naturschutzfachlichen Gebietsbetreuer*innen leisten eine wichtige Aufgabe für den Erhalt der Artenvielfalt in München. So sorgt die Gebietsbetreuung im Naturschutzgebiet Panzerwiese seit 2012 für bessere Kenntnisse über das Gebiet und einen sensibleren Umgang mit seinen Schutzgütern. Seit 2018 gibt es zusätzlich eine Gebietsbetreuung im Naturschutzgebiet Fröttmaninger Heide Süd. Für den Schutz der Biodiversität in München und für die Naherholung sind aber auch die anderen, oben genannten Gebiete besonders wichtig. Für diese gibt es bisher jedoch noch keine Gebietsbetreuung. Gerade in der Corona-Epidemie zeigt sich, dass die Münchner*innen alle ihre Naherholungsgebiete immer stärker nutzen, so dass der Erholungslenkung gegenwärtig und zukünftig eine besondere Bedeutung zukommt. Auch die am 19.12.2018 in Vollversammlung des Stadtrates beschlossene Biodiversitätsstrategie enthält eine Etablierung von Gebietsbetreuer*innen für besonders sensible Naturschutzflächen als wichtige Teilstrategie für die naturverträgliche Erholung in der Stadt. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wurde damals beauftragt dem Stadtrat im Zeitraum 2019 bis 2020 konkrete Vorschläge für verschiedene Maßnahmen, u.a. der Etablierung von Gebietsbetreuer*innen zu machen. Die Stadtratsfraktion Die Grünen – Rosa Liste hatte damals mithilfe eines Änderungsantrags den Zusatz eingebracht, dass die notwendigen Mittel zur Umsetzung im Eckdatenbeschluss 2020 eingestellt werden sollen. der Änderungsantrag wurde so in diesem Punkt übernommen. Bisher ist in dieser Sache jedoch nichts passiert. Da der Verlust der Artenvielfalt rapide von statten geht und damit viele Arten unwiederbringlich verloren gehen, gilt es so schnell wie möglich die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um diesem Verlust entgegenzuwirken.

Die Vorlage zur Biodiversitätsstrategie aus dem Jahr 2018 (vgl. S. 5) bestätigt:
„Ebenso wie die Bewältigung der Folgen des Klimawandels gehört der Erhalt der Biologischen Vielfalt (d. h. Biodiversität) zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Auch München ist vom Rückgang der Biologischen Vielfalt nicht verschont geblieben. Verluste früher in München beheimateter Arten sind sowohl bei den Pflanzen als auch bei vielen Tiergruppen dokumentiert.“

Um die beeindruckende Artenvielfalt Münchens auch für künftige Generationen zu bewahren, sind Gebietsbetreuer*innen von großer Bedeutung, denn sie sind Ansprechpartner*innen direkt vor Ort und werben für Umwelt- und Naturschutz. Sie bieten Führungen an, um Menschen zu sensibilisieren und die Wertschätzung von ökologisch vulnerablen Gebieten zu erhöhen. Sie beobachten die Entwicklung der Erholungsnutzung und greifen in Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern lenkend ein. Außerdem klären sie über Sinn und Zweck geltender Regelungen auf. So können bedrohte Arten- wie zum Beispiel seltene Bodenbrüter mit konkreten Maßnahmen geschützt werden. Gebietsbetreuer*innen tragen dazu bei, verschiedene Interessen und Bedürfnisse zu vereinen und Mensch und Natur in Einklang zu bringen.

gez.
Dr. Julia Schmitt-Thiel

SPD/Volt-Fraktion

Clara Nitsche
Mona Fuchs
Anna Hanusch
Dominik Krause

Fraktion Die Grünen Rosa Liste