Verkehrswende konsequent bürgernah gestalten II: Förderung von Shared Mobility durch Mobilitätsstationen

27. November 2020

Antrag

Die Stadt München baut - in enger Zusammenarbeit mit der Münchner Verkehrsgesellschaft - bis 2025 das bestehende Netz der Mobilitätsstationen flächendeckend aus. Dabei wird ein Konzept von Mobilitätspunkten – an U-Bahn- und S-Bahnstationen – sowie Mobilitätspünktchen – in dezentralen Wohnquartieren – erarbeitet. An Mobilitätsstationen werden Angebote wie CarSharing, BikeSharing und Angebote wie Elektro-Roller oder Pedelecs gebündelt und mit einer MVV-Station oder einem Wohnquartier verknüpft, damit der Verzicht auf ein eigenes Auto und damit der Umstieg auf Shared Mobility in Kombination mit U-Bahn, Bus und Tram vereinfacht wird. Der Platz für Mobilitätsstationen kann durch die Umwandlung von Stellplätzen geschaffen werden. In Wohnquartieren können wir uns auch das Bremer Modell der Pünktchen vorstellen, bei denen zum Beispiel CarSharing mit Radabstellanlagen für das eigene Fahrrad kombiniert werden. Beim Ausbau der Mobilitätsstationen an Knotenpunkten des öffentlichen Personennahverkehrs sind Synergien mit Radabstellanlagen, wie im Radentscheid beschlossen, anzustreben.

Begründung

Berlin hat mit dem Konzept Jelbi, Hamburg mit SwitcHH, Bremen mit mobil.punkt bereits ein dichtes Netz an Mobilitätsstationen, teilweise auch in perfekter Laufnähe zu ÖPNV-Stationen. Stationäres CarSharing und die verfügbaren Sharing-Angebote in der Nähe zum Wohnort führen wie Studien belegen dazu, dass Bewohner*innen ihr eigenes Auto abschaffen oder gar keines kaufen, wenn sie an einen entsprechend ausgestatteten Ort ziehen. München muss bei der Shared Mobility, die oftmals 100% lokal emissionsfrei ist, Vorreiter werden. Abstimmungsschwierigkeiten zwischen KVR, MVG und MVV müssen durch eine bessere Koordination im neuen Mobilitätsreferat minimiert und so bis 2021 – gerne auch nur mit einfachen baulichen Mitteln wie bei Jelbi in Berlin – erste Schritte erkennbar sein. Es macht Sinn ein Konzept zu entwickeln, dass z.B. auch private Bauträger, großflächigen Einzelhandel und Arbeitgeber*innen gegen Übernahme der Realisierungskosten in ihre riesigen Parkplätze integrieren können, um z.B. auch den Stellplatzschlüssel zu senken (ähnlich wie dies heute mit einem Mobilitätskonzept möglich ist). Bereits bestehende Mobilitätsstationen und MVG-Rad-Stationen sollten in das Konzept integriert werden.

gez.
Nikolaus Gradl
Andreas Schuster
Simone Burger
Christian Müller
Roland Hefter
Felix Sproll
Dr. Julia Schmitt-Thiel

SPD/Volt-Fraktion

Paul Bickelbacher
Gudrun Lux
Mona Fuchs
Florian Schönemann
Christian Smolka
Sibylle Stöhr

Fraktion Die Grünen-Rosa Liste