Kinderbetreuung immer noch Frauensache? / Die Stadt München als Arbeitgeberin wird Vorreiterin bei Equal Care!

15. März 2021

Antrag

Die LHM erarbeitet ein Konzept, um ihre Beschäftigten – Frauen und Männer gleichermaßen – in Betreuung und Pflege zu unterstützen. Ziel ist es, die ungleiche Aufteilung von Care-Arbeit bei ihren Beschäftigten aufzuweichen und gerechte Aufteilung der Care-Arbeit zu erreichen bzw. dies zu unterstützen.

Hierzu wird eine Umfrage unter den Beschäftigten der LHM durchgeführt, die keine zusätzlichen finanziellen Mittel benötigt.

Die Beschäftigten werden dahingehend befragt, wie die Aufteilung der Care-Arbeit in ihren Haushalten funktioniert und welche Ansatzpunkte für eine Aufwertung der Care-Arbeit gesehen werden. Gefragt werden soll auch nach Auswirkungen der Pandemie auf die partnerschaftliche Aufteilung der Care-Arbeit. Dabei soll auch die unterschiedliche Einkommenssituation in den Haushalten sowie Rollenvorstellungen untersucht werden.

Folgende Fragen sind denkbar:

  • Wurde der Spagat im Homeoffice zu arbeiten und nebenher Kinder zu betreuen oder Homeschooling zu begleiten zwischen den Erziehungsberechtigten gleichberechtigt aufgeteilt?
  • Welche Veränderungen braucht es, damit Care-Arbeit die ihr zustehende Wert-schätzung erfährt?
  • Wie kann sie in Zukunft fairer verteilt werden?
  • Welche strukturellen Änderungen sind dafür notwendig?
  • Was kann hier eine Kommune leisten?
  • Wie können insbesondere auch Beschäftigte in Bereichen, in denen kein Home-Office möglich ist, stärker unterstützt werden (z.B. Müllwerker*innen oder Beschäf-tigte in den Kindertageseinrichtungen)?

Das Personal- und Organisationsreferat erarbeitet aus den Ergebnissen sowie den Erfahrungen anderer Kommunen (z.B. Bonn) Maßnahmen zur Neubewertung und Neuverteilung von Care-Arbeit und nimmt diese in die nächsten Leitsätze zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf.

Zudem wird das POR aufgefordert, den jährlich stattfindenden Projekttag im Jahr 2022 zum Thema „Gender“ und zur Verteilung von Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern sowie zur Frage von Entlastungsmöglichkeiten von Eltern und Pflegenden zu konzeptionieren.

Begründung:

Die Hauptlast der Care-Arbeit tragen Frauen, auch bei den Beschäftigten der LHM. Dies ergab die Antwort auf unsere Anfrage vom 25.11.2020:
https://ru.muenchen.de/2020/247/Corona-bedingte-Freistellung-und-reduzierte-Arbeitszeit-in-der-Stadtverwaltung-94057
Mehr denn je zeigt sich in der Pandemie, dass die berufliche und private Care-Arbeit zu größerer Benachteiligung der Ausübenden führt, während die Gemeinschaft davon profitiert. Die latent mangelhafte Wertschätzung der elterlichen Care-Arbeit wird in drastischer Weise deutlich und stellt Familien, mehr noch mehr Alleinerziehende, vor problematische und belastende Herausforderungen, teilweise über die Grenze des Möglichen hinaus. Weltweit übernehmen Frauen einer Oxfam-Studie zu Folge täglich mehr als 12 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit . Nötig ist eine faire Bezahlung der professionellen Care-Arbeit, eine gerechtere Aufteilung der privaten Care-Arbeit und der Abbau der strukturellen Diskriminierung. Hier kann die LHM mit ihrem Potential und ihrer Haltung für geschlechtergerechte Bedingungen zu sorgen, zu einer Vorreiterin werden, indem sie hier Maßnahmen entwickelt, diesen Verhältnissen entgegen zu wirken.

Christian Müller
Micky Wenngatz
Barbara Likus
Dr. Julia Schmitt-Thiel
Lena Odell
Kathrin Abele

SPD/Volt – Fraktion

Initiative:
Anja Berger
Judith Greif
Dr. Hannah Gerstenkorn
Mona Fuchs
Marion Lüttig
Gudrun Lux
Angelika Pilz-Strasser
Beppo Brem
Julia Post

Fraktion Die Grünen – Rosa Liste