Vorbildlicher Baumschutz – U5 Ausbau zwischen Laimer Platz und Pasing

25. März 2022

Antrag

Das Baureferat wird gebeten, bei der Wiederherstellung der Umgriffsflächen des U5 Ausbaus zwischen Laimer Platz und Pasing möglichst viele Bäume zu pflanzen. Ziel ist es, das Grünvolumen der unvermeidbaren Fällungen v.a. in der Gotthardstraße auszugleichen analog zum StR-Antrag 20-26 / A 0225 [¹]. Wenn – wie im vorliegenden Fall – grünvolumengleiche Nachpflanzungen vor Ort nicht möglich sind, soll die Stadt mit Ersatzpflanzungen an anderen Orten im Stadtviertel und im weiteren Stadtgebiet einen Ausgleich schaffen. Daher sollen folgende naheliegende Straßen begrünt werden:

  • Baumpflanzungen auf bereits entsiegelten Flächen (Grünanlagen) unter Beachtung der 75 vorläufig eingegangenen Vorschläge für Baumstandorte durch den BA25.

  • Einzelbaumpflanzungen an Kreuzungen und Einmündung in der
    o Camerloherstraße
    o Friedenheimer Straße (bis auf Nordteil)
    o Hans-Thonauer-Straße (zw. Fachner- und Nördlinger-Straße)
    o Ludwig-Richter-Straße (zw. Lautensack- und Straubinger Straße)
    o Rappstraße (zw. Reutter- und Agricolastraße)
    o Senftenauerstraße (zw. Willibald- und Byecherstraße)
    o Willibaldstraße (zw. Hartel- und Senftenauerstraße ostseitig)

  • Schaffung von Baumreihen in Grünstreifen in den Straßen der Umgebung auch durch schrittweise Umwandlung von Parkstreifen z.B:
    o Agnes-Bernauer-Straße (östl. der Fürstenrieder Straße)
    o Hans-Thonauer-Straße
    o Landsberger Straße (nördl. und südl. Anliegerstraßen)
    o Mitterhoferstraße
    o Perhamerstraße

Zudem sollen angesichts der Vielzahl an Fällungen in der Gotthardstraße Jungbäume von besonders hoher Qualität (Stammumfang, Alter) gepflanzt werden, um die Aufenthaltsqualität und das Mikroklima schneller wieder aufzuwerten.

Nur durch eine Erhöhung der Anzahl und der Qualität der Nachpflanzungen ist eine Annäherung an eine grünvolumengleiche Nachpflanzung möglich. Alle Pflanzungen sollen, wo möglich, bereits vor Einweihung der U5 Verlängerung erfolgen. Bei den genaueren Standortplanungen ist der Bezirksausschuss miteinzubinden.

[¹] https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/6978055

Begründung

München hat den Klimanotstand ausgerufen und will bis 2035 klimaneutral sein. Trotz aller Bemühungen im Klimaschutz findet der Klimawandel aber bereits heute statt und wird sich noch weiter verschärfen. Dies gilt besonders in Städten, welche sich durch den Wärmeinseleffekt zusätzlich aufheizen. In Zuge dieser Entwicklung werden Hitzewellen in Häufigkeit, Dauer und Intensität zunehmen. Stadtbäume leisten einen unersetzlichen Beitrag zur Kühlung der Straßen und sind daher von hoher mikroklimatischer Bedeutung. Dies ist auch ein zentrales Ergebnis der Studie „Grüne Stadt der Zukunft“ [²].

Bei Baumaßnahmen soll bereits bei Planungsbeginn großer Wert daraufgelegt werden, Baumfällungen zu vermeiden. Wenn dies nicht möglich ist, sollen Nachpflanzungen sich am Grünvolumen orientieren. In der Gotthardstraße muss die Verlängerung der U5 leider in Deckelbauweise gebaut werden, wodurch viele alte Bäume gefällt werden müssen. Dieser ökologische und mikroklimatische Wert muss bestmöglich wieder hergestellt und ersetzt werden. Dafür sollen neben den verpflichtenden Nachpflanzungen zusätzlich viele Bäume neu gepflanzt werden. Aufgrund der Vielzahl der Fällungen werden grünvolumengleiche Nachpflanzungen vor Ort nicht möglich sein. Daher sollen in den umliegenden Straßen Einzelbäume und Baumreihen gepflanzt werden. Der Bezirksausschuss ist bei den genauen Standortplanungen miteinzubeziehen.

Neupflanzungen werten den Straßenraum optisch auf und schaffen Geh- und Aufenthaltsqualität. Bei Pflanzungen an Ausfahrten und Kreuzungen wird gleichzeitig das sichere Queren für den Fußverkehr erleichtert und Sichtbeziehungen für alle Verkehrsteilnehmer*innen verbessern. Beides ist wichtig für den fußläufige Erschließung der ÖPNV-Haltestellen. Bei attraktiven und begrünten Fußwegen akzeptieren ÖPNV-Nutzer*innen längere Fußwege zur Haltestelle. Der ÖPNV profitiert also durch die großzügige Begrünung.

[²] https://www3.ls.tum.de/lapl/forschung/gruene-stadt-der-zukunft/ergebniskonferenz/

SPD/Volt-Fraktion
Klaus Peter Rupp
Andreas Schuster
Julia Schönfeld-Knor
Christian Köning
Dr. Julia Schmitt-Thiel

Fraktion Die Grünen – Rosa Liste
Initiative:
Paul Bickelbacher
Florian Schönemann
Anna Hanusch
Mona Fuchs
Christian Smolka
Sibylle Stöhr