Ausbau der Bahnanlagen im Bereich Trudering und Daglfing: Planungen auf solide Grundlagen stellen. Endlich Wahrheit bei den Zugzahlen.

Aktualisiert am 20.04.2026

Anfrage

Der Bundesverkehrswegeplan sieht einen Ausbau der Bahnanlagen im Bereich Trudering und Daglfing vor. Trotz der klaren Forderungen des Stadtrats und des Oberbürgermeisters Dieter Reiter nach nachvollziehbaren und plausiblen Zugzahlen legt die DB InfraGO bei ihren Planungen die veralteten Zugzahlen aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zugrunde. Wir fragen daher:

 

  • Wie bewertet die Verwaltung der Landeshauptstadt München weiterhin die Verwendung veralteter Verkehrsmengenprognosen durch die DB InfraGO?
  • Berücksichtigt die Landeshauptstadt München bei der Erarbeitung Ihrer Einschätzungen zu den Planungen der DB InfraGO die veralteten Zahlen des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) oder werden die in Aussicht stehenden Erhöhungen aus der „Bedarfsplanüberprüfung (BPÜ) Schiene“ des Bundesministeriums für Verkehr in die eigene Bewertung mit eingebracht?
  • Welche Auswirkungen hat die prognostizierte Erhöhung der Gesamtverkehrsleistung aus der „Bedarfsplanüberprüfung (BPÜ) Schiene“ des Bundesministeriums für Verkehr von Dezember 2024 auf stadt- und verkehrsplanerische Ziele und Projekte der Landeshauptstadt München im Münchner Osten?

 

Begründung

Die Deutsche Bahn plant im Auftrag des Bundes den Ausbau der Schieneninfrastruktur im Münchner Osten. Damit soll der Güterverkehr von den S-Bahn-Trassen, z.B. am Südring abgekoppelt, gestärkt und die Betriebsqualität erhöht werden. Insbesondere die durch den Brennerbasistunnel und den Brenner-Nordzulauf wesentlich höheren Zugzahlen sollen störungsfreier und mit mehr Kapazitäten abgewickelt werden.

Alle Planungen der DB InfraGO fußen in den Mengenangaben und den daraus abzuleitenden Planungsparametern auf dem Bundesverkehrswegeplan 2030. Die SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat verweist seit Jahren auf die Tatsache, dass diese Verkehrsmengenprognosen nicht der zu erwartenden Verkehrsmenge entsprechen werden. Die zu erwartende zusätzliche Verkehrsmenge aus dem Brennerbasistunnel ist in den Prognosen nicht erfasst.

Das Bundesministerium für Verkehr zeigt ebenfalls in ihrer Ende 2024 veröffentlichten „Bedarfsplanüberprüfung (BPÜ) Schiene“ klar auf, dass sich die Gesamtverkehrsleistung und insbesondere die Güterverkehrsleistung um 35,3% gegenüber der Analyse von 2019 steigern wird. Dies kann bei dem München betreffenden Nordzulauf des Brennerbasistunnels zu einer Verdoppelung der Verkehrsmengen führen.

Der Stadtrat hat in seinen bisherigen Beschlüssen immer wieder einstimmig gefordert, die aktuellen Verkehrsmengenprognosen zur Grundlage der Planung zu machen. Herr Oberbürgermeister Dieter Reiter hat diese Forderung in mehreren Schreiben an das Bundesverkehrsministerium (BMV) und das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr klar und eindeutig adressiert.

Unverständlicherweise hat das BMV die zu erwartenden Verkehrsmengen noch nicht auf die Trassen heruntergebrochen. Spätestens bei der Befassung des Bundestages mit den Planungen im Inntal werden die Zugmengen präsentiert werden müssen. Bisher nutzt die Deutsche Bahn eine Zugmenge von 400 Zügen pro Tag als Grundlage der Neubauplanungen bis Grafing Bahnhof. Alle vorliegenden Informationen lassen jedoch den Schluss zu, dass es erheblich mehr Züge werden, als der BVWP 2030 dies prognostiziert. Andere Planungen zu Ausbauprojekten wie z.B. die Ertüchtigung der Strecke mit ECTS2 erhöhen signifikant die Kapazitäten. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Menschen vor Ort sowie die notwendigen Maßnahmen für den Schall- und Erschütterungsschutz.

Im Umgriff der Ausbauplanungen der Bahnanlagen im Bereich Trudering und Daglfing sind zudem drei große städtebauliche Entwicklungen geplant. Die Stadtplanungsprojekte Heltauer Straße, Rappenweg und der fünfte Bauabschnitt der Messestadt Riem sollen, nach unserem Kenntnisstand, rund 6.000 neue Wohnungen, soziale Einrichtungen, Läden für den täglichen Bedarf sowie Standorte für Gewerbe Einzelhandel bieten. Eine gute Erschließung dieser Gebiete ist von zentraler Bedeutung.

 

SPD-Fraktion

Andreas Schuster

Anne Hübner

Barbara Likus

Lars Mentrup

Stefanie Krammer

Mitglieder des Stadtrates