Aktualisiert am 17.12.2025
Berufsausbildung weiterdenken: Neue Wege zum Berufsabschluss
SPD will Programme für Ausbildungs-Abbrecher und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben
München, 09. Dezember 2025
Schicksalsschläge, finanzielle Probleme oder andere Widrigkeiten: Für Menschen mit Berufserfahrung ohne Abschluss gibt es vor allem im fortgeschrittenen Alter kaum Möglichkeiten, diesen nachzuholen. Die SPD-Stadtratsfraktion will das ändern und fordert einen „Berufsabschluss Extra“.
Mit zwei Stadtratsanträgen will die SPD-Stadtratsfraktion jungen Erwachsenen bessere Chancen im Arbeitsleben bieten. Ziel ist, dass jede*r die Möglichkeit für einen Berufsabschluss bekommt – auch mit Angeboten, die es für Schulabschlüsse bisher gibt, im Bereich der beruflichen Bildung aber bisher fehlen.
Der SPD-Vorstoß sieht Abend- und Blockkurse an beruflichen Schulen vor, analog zum Modell der Abendschulen. Mit gezielten Prüfungsvorbereitungskursen können junge Menschen und Quereinsteiger*innen, die bereits als Fachkräfte arbeiten, erreicht und unterstützt werden. Beschäftigte mit langjähriger Erfahrung, für die eine reguläre Ausbildung aus Zeitgründen nicht möglich ist, sollen trotzdem eine Möglichkeit zur Abschlussprüfung erhalten. Insgesamt sind auch die Betriebe gefragt: In Zusammenarbeit mit den Berufsschulen sollen Praxisphasen möglichst so eingeplant werden, dass ihre Beschäftigten die Bildungsangebote auch wahrnehmen können.
In Zusammenarbeit mit der IHK, der Handwerkskammer, dem Freistaat, interessierten Betrieben und den städtischen Schulen soll das in einem Modellprojekt umgesetzt werden, das jungen Erwachsenen neue Wege für einen anerkannten Berufsabschluss eröffnet. Das kann berufsbegleitend erfolgen oder außerhalb der regulären Ausbildungsstrukturen.
„Mir ist wichtig, dass jeder die Chance auf einen Berufsabschluss hat. Hier fallen bisher manche durchs Raster – mit uns gibt es die zweite Chance. Tausende Menschen sind fachlich richtig kompetent, hatten aber einfach nicht die Gelegenheit, das mit einem Berufsabschluss offiziell zu machen. Die Möglichkeit möchten wir ihnen geben.“
Julia Schönfeld-Knor, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion
Für die Berufsschulen zur Berufsvorbereitung (BoKi) möchte die SPD eine Kooperation mit der IHK und den großen Münchner Unternehmen. Sie sind für viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz die letzte schulische Station, bevor sie in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden. Wenn Betriebe wie BMW oder MAN den jungen Menschen im Rahmen der Berufsvorbereitung schon wertvolle Einblicke in ihre Berufsfelder liefern, fördert das die Ausbildungsqualität und Motivation.
Zwischen vier und fünf Millionen Beschäftigte in Deutschland haben keinen Berufsabschluss. Sei es, weil das Ausbildungsgehalt für den Lebensunterhalt nicht reicht, weil die Lebenslage den Zeitaufwand nicht zulässt oder weil ein Betrieb Quereinsteiger*innen ab einem bestimmten Alter nicht mehr ausbilden möchte – die Gründe hierfür sind vielfältig. Sie sind aber nicht arbeitslos – sie erledigen jeden Tag ihren Job und verfügen oft über eine gute Berufserfahrung. Mit dem „Berufsabschluss Extra“ sollen sie eine zweite Chance auf einen anerkannten Berufsabschluss bekommen.
Die SPD-Stadtratsfraktion im Münchner Rathaus hat ihren Kurs klar gesetzt: Für ein soziales München, in dem alle gut leben, das verlässlich funktioniert, sicher ist. Wir machen Politik, die klug soziale, ökologische, wirtschaftliche und finanzielle Aspekte miteinander denkt. Wir gehen nicht den bequemen, sondern den zukunftsfähigen Weg.


„Mir ist wichtig, dass jeder die Chance auf einen Berufsabschluss hat. Hier fallen bisher manche durchs Raster – mit uns gibt es die zweite Chance. Tausende Menschen sind fachlich richtig kompetent, hatten aber einfach nicht die Gelegenheit, das mit einem Berufsabschluss offiziell zu machen. Die Möglichkeit möchten wir ihnen geben.“
