„Berufsabschluss Extra“ – Neue Chancen und Wege zur Fachkraft
Aktualisiert am 10.12.2025
ANTRAG
Die Stadtverwaltung wird gebeten, gemeinsam mit der IHK München und Oberbayern, der Handwerkskammer für München und Oberbayern (HWK), dem Freistaat, interessierten Betrieben sowie den städtischen beruflichen Schulen zu prüfen, ob und wie ein Modellprojekt „Berufsabschluss Extra“ entwickelt und umgesetzt werden kann.
Ziel ist es, jungen Erwachsenen mit abgebrochener Ausbildung oder ohne klassischen Ausbildungsverlauf neue Wege zu einem anerkannten Berufsabschluss zu eröffnen – berufsbegleitend oder außerhalb der regulären Ausbildungsstrukturen.
Kernpunkte des Modellprojekts:
1. Abendliche Vorbereitungskurse und Unterrichtseinheiten Entwicklung von Abend- und Blockkursen an beruflichen Schulen, analog zum Modell der Abendschulen, insbesondere in stark nachgefragten handwerklichen und technischen Berufen (z.B. Elektro, Sanitär/Heizung/Klima, Metall)
2. Gezielte Prüfungsvorbereitung Aufbau von fachspezifischen Vorbereitungskursen auf die Abschlussprüfung, die sich an den Prüfungsinhalten der Kammern orientieren und gezielt an motivierte junge Erwachsene und Quereinsteiger*innen richten, die bereits in Betrieben als Fachkräfte tätig sind, aber über keinen anerkannten Berufsabschluss verfügen. Für Beschäftigte mit langjähriger Berufserfahrung, die aufgrund ihres Alters, beruflicher Verpflichtungen oder familiärer Situation keine reguläre Ausbildung mehr absolvieren können, soll ein flexibler, berufsbegleitender Zugang zur Abschlussprüfung ermöglicht werden.
3. Kooperation mit Betrieben und Kammern In Anlehnung an erfolgreiche Beispiele wie das Modell der Bäckerei-Konditorei Traublinger GmbH soll geprüft werden, wie betriebliche Praxisphasen blockweise mit den Angeboten des Berufsschulunterrichts und bestehenden Strukturen der Berufsschulen verzahnt werden können und wie ein solcher Zugang für Personen ohne klassischen Ausbildungsvertrag und ohne abgeschlossene Ausbildung (z.B. Hilfsarbeiter*innen) realisierbar wäre.
4. Lehrkräfte und Anreizsysteme
Prüfung, wie Fachlehrkräfte für abendliche Unterrichtsangebote gewonnen werden können – etwa durch Anreizsysteme oder zeitliche Entlastung an den Schulen.
BEGRÜNDUNG
Viele junge Erwachsene, insbesondere in handwerklich-technischen Berufen wie dem Elektrohandwerk, verfügen über praktische Berufserfahrung, konnten aber aus unterschiedlichen Gründen keinen anerkannten Berufsabschluss im Rahmen einer klassischen Ausbildung erwerben – sei es wegen eines Ausbildungsabbruchs, einer späteren schulischen Entwicklung oder familiärer Verpflichtungen.
Während es für Schulabschlüsse (allgemeinbildende Abendschulen) bewährte Nachholmöglichkeiten gibt, fehlt ein vergleichbares Modell im Bereich der beruflichen Bildung.
Unser Konzept „Berufsabschluss Extra“ soll diese Lücke schießen:
Durch berufsbegleitende Vorbereitungskurse, abendlichen Fachunterricht und die enge Kooperation mit IHK, HWK und Betrieben können neue Wege eröffnet werden, um den Berufsabschluss zu erreichen – vor allem für berufstätigte Menschen jenseits des klassischen Ausbildungssystems.
Zugleich trägt das Modell zur Fachkräftesicherung bei, insbesondere im Handwerk und im technischen Bereich. Mit flexiblen, praxisnahen Qualifizierungswegen kann die Stadt München jungen Menschen, die bisher durchs Raster fallen, eine zweite Chance auf einen anerkannten Berufsabschluss eröffnen – und gleichzeitig Betriebe entlasten, die händeringend Fachkräfte suchen.
Ziel ist es, berufliche Bildung jenseits eines gängigen Ausbildungsvertrages offener, durchlässiger und lebensnäher zu gestalten – im Sinne einer Stadt, die allen eine Perspektive bietet.
SPD-Fraktion
Julia Schönfeld-Knor
Lena Odell
Barbara Likus
Cumali Naz
Christian Köning
Kathrin Abele
Mitglieder des Stadtrates
