Bessere Versorgung für Opfer von sexueller Gewalt
Aktualisiert am 19.10.2022
Die deutliche Mehrheit der Opfer von sexueller Gewalt sind Mädchen und Frauen, Hilfe aber finden viele nicht. Nur 40 Prozent lassen sich überhaupt medizinisch untersuchen. Auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat wird die Versorgung der Betroffenen in München nun deutlich verbessert: Die Stadt intensiviert nicht nur die Zusammenarbeit der einzelnen Unterstützungsangebote, sondern entwickelt auch ein Konzept, wie den Mädchen und Frauen in Kliniken unkomplizierter geholfen werden kann. Eine Öffentlichkeitskampagne soll zum Abbau geschlechtsspezifischer Gewalt beitragen.
Opfer von sexueller Gewalt müssen noch schneller und unkomplizierter Hilfe erhalten. Dieser Initiative der SPD/Volt-Fraktion ist der Gesundheitsausschuss des Stadtrats am Donnerstag ohne Gegenstimmen gefolgt. Zum einen wird das Gesundheitsreferat ein Netzwerk entwickeln, das medizinische Hilfe, rechtsmedizinische Versorgung, polizeiliche Beratung, psychosoziale Unterstützung und Begleitung sowie medizinische Nachversorgung koordiniert.
Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen und vor allen Finanzierungsfragen für die Kliniken verbessert. Diese erhalten momentan nur eine Notfallpauschale, die die Kosten nicht deckt. Als dritten Baustein wird eine kontinuierliche Öffentlichkeitskampagne dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, sich im Fall von sexueller Gewalt Hilfe zu holen. Einen entsprechenden Aktionsplan wird die städtische Gleichstellungsstelle für Frauen dem Stadtrat 2021 vorlegen.
Mehr als 1100 Fälle von sexueller Gewalt registriert die Polizei in München jedes Jahr. Laut Dunkelfeldstudien werden nur zwischen sechs und 15 Prozent aller Sexualdelikte angezeigt. Die Dunkelziffer ist also wesentlich höher. In Zeiten der Corona-Pandemie mit Quarantäne-Regelungen und Ausgangsbeschränkungen dürften die Zahlen deutlich ansteigen.
Dazu sagt Barbara Likus, stellvertretende Sprecherin von SPD/Volt im Gesundheitsausschuss:
„Es geht darum den Tätern sexualisierter Gewalt entschlossen entgegenzutreten und die Möglichkeiten der Opfer zu ihrem Recht zu kommen zu stärken. Sexualisierte Übergriffe finden in unserer Gesellschaft statt, vor allem in Partnerschaften und Ehen, aber sie sind nicht normal. Ich wünsche jeder Frau die Kraft und den Mut, sich Hilfe zu suchen: in einem Krankenhaus, bei der Polizei oder bei einer Beratungsstelle.“
