Mehr als zehn Jahre schon ziehen sich die Planungen für die Nordseite des Pasinger Bahnhofs. Nun ist ganz nebenbei zu erfahren gewesen, dass die von Stadtrat und örtlichem Bezirksausschuss dringend gewünschte Fahrradgarage auf dem „Weyl-Gelände“ offensichtlich nicht kommt. Aus Sicht der SPD/Volt-Fraktion muss diese Hängepartie endlich ein Ende haben.

Sie fordert in einem Antrag gemeinsam mit dem Koalitionspartner, bis spätestens Ende dieses Jahres einen Fahrplan festzulegen, wie es mit der verkehrlichen Neuordnung auf der Nordseite des Bahnhofs weitergehen wird. Dabei sollen das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, das Mobilitätsreferat sowie das Baureferat auch einen Zeitplan für die Einrichtung eines sicheren Radwegs in das Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee vorlegen. Bis spätestens Mitte 2023 soll aus Sicht von SPD/Volt das Planungsverfahren inklusive Bürger/innenbeteiligung abgeschlossen sein. Die Umsetzung ist bis spätestens Ende 2024 anzustreben.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Die Hängepartie muss ein Ende haben: Deshalb fordern wir die Stadtverwaltung auf, eine verbindliche Planung für die neue Verkehrsführung auf der Nordseite des Pasinger Bahnhofs vorzulegen. Wir brauchen eine sichere Radwegführung in das Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee ebenso wie die Fahrradgarage.“

Der Kreisverwaltungsausschuss hat heute eine neue Stadionverordnungen für das Grünwalderstadion und die Allianz Arena beschlossen. Der neue Regelkatalog wurde an einigen Stellen entschärft, nachdem er im Vorfeld bei Fangruppierungen und auch beim zuständigen Bezirksausschuss auf Kritik gestoßen war.

So wurde auf Antrag der Fraktionen Die Grünen – Rosa Liste und SPD/Volt der Begriff des „friedensstörenden Handeln“ aus dem neuen Regelwerk entfernt, da er eine zu abstrakte und unklare Grundlage für polizeiliches Eingreifen geschaffen hätte. Außerdem wurde der Standort des Busses des Fanprojekts vom Geltungsumgriff der neuen Verordnungen ausgenommen.

Christian Vorländer, Sprecher der SPD/Volt-Fraktion im Kreisverwaltungsausschuss, sagt:

„Wir hatten einen sehr intensiven Austausch mit dem Kreisverwaltungsreferat, der Polizei und den Fanvertretungen. Herausgekommen ist ein sehr guter Ausgleich zwischen den Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner und den Fans. Gleichzeitig geben wir den Sicherheitsbehörden und der Polizei die notwendigen Instrumente an die Hand, um Gefährdungen von vorneherein zu verhindern. Nun freuen wir uns, wenn wir alle bald wieder den Fußball unbeschwert, gesund und sicher genießen können.“

Und Dominik Krause, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Der heute gefasste Beschluss kommt dem Wunsch der Polizei nach, nimmt aber gleichzeitig die Kritik von Fanverbänden auf, die eine Überregulierung und eine Ausweitung polizeilicher Eingriffsrechte auf diffuser Grundlage befürchtet haben.“

Hilfe für junge Menschen, Armutsbekämpfung, Unterstützung im Alter, kulturelle und sportliche Angebote für alle Münchnerinnen und Münchner: Mit einem 7,5 Millionen Euro umfassenden Fonds will die SPD/Volt-Fraktion die sozialen Folgen der Corona-Pandemie in München bekämpfen. Denn die Gesundheitskrise soll trotz der angespannten öffentlichen Finanzlage nicht zu einer sozialen Krise werden.

Kinder und Jugendliche tun sich schwer mit der Rückkehr in einen geregelten Schulalltag. Trotz großzügiger Unterstützungsangebote sind mehr und vor allem junge Menschen und Soloselbständige in die Schuldenfalle gerutscht. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, noch immer sind viele Münchnerinnen und Münchner in Kurzarbeit. Viele Seniorinnen und Senioren leben nun noch isolierter als vor Corona. Die Pandemie darf aus Sicht der SPD/Volt-Fraktion nicht zu einer Spaltung der Münchner Gesellschaft führen, die sich immer durch große Solidarität und einen starken Zusammenhalt ausgezeichnet hat. Genau hier soll der jetzt beantragte Pandemiefolgen-Fonds helfen.

Anne Hübner, Vorsitzende der SPD/Volt-Stadtratsfraktion, sagt:

„Nach schweren eineinhalb Corona-Jahren möchten wir, dass alle Menschen die Chance bekommen, die Folgen der Krise gut zu überwinden. Insbesondere ältere Menschen wollen wir aus der Einsamkeit holen. Dazu bauen wir Angebote in den Alten- und Service-Zentren aus und etablieren Nachbarschaftstreffs an 15 Standorten im Stadtgebiet. Sport und Kultur bieten die Möglichkeit zu Gemeinschaft und Lebensfreude, die wir so lange vermisst haben. Auch hier investieren wir noch einmal einen Millionenbetrag, um Angebote zu schaffen, die trotz Pandemie funktionieren und glücklich machen.“

Mit den 7,5 Millionen Euro will SPD/Volt auf die Notlagen der Münchnerinnen und Münchner reagieren. Besonders wichtig ist dabei eine stärkere individuelle Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, aber auch die Schaffung von kostenfreien oder gut bezahlbaren Freizeitangeboten für Menschen aller Altersgruppen. Den Ausbau der Schuldnerberatungsstellen hält SPD/Volt für unverzichtbar, um aus akuten Notlagen keine dauerhaften zu machen. Auch die psychosozialen Folgen der Pandemie, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei älteren Menschen, müssen bekämpft werden.

Und Christian Köning, finanzpolitischer Sprecher, sagt:

„Die sozialen und psychischen Auswirkungen der Pandemie gerade für Kinder, Jugendliche, Senioren und viele Arbeitnehmer/innen sind in ihrem tatsächlichen Ausmaß noch nicht absehbar. Die Corona-Folgen dürfen aber nicht zu einer sozialen Krise werden. Deswegen investiert unsere Fraktion gezielt und mit Augenmaß bereits jetzt – obwohl sich der städtische Haushalt in einer angespannten Situation befindet. Wir müssen alles in Bewegung setzen, um unser starkes soziales Netz in München bestmöglich zu wappnen.“

Unter anderem plant die SPD/Volt-Fraktion, folgende Projekte aus dem Fonds zu unterstützen:

  • Wohnen im Viertel – Wohnortnahe Pflege im Viertel: Die Pflegebedürftigen leben in der eigenen Wohnung und werden von einem nahegelegenen Stützpunkt aus versorgt. Die Standorte brauchen mehr Personal, damit sie auch als Nachbarschaftstreff für selbstständige Seniorinnen und Senioren dienen können. Denn Pflegekräfte können neben der Pflege nicht auch noch Mittagessen kochen oder Freizeitangebote gestalten. Deshalb soll jeder der 14 Standorte eine halbe Stelle Sozialpädagogik bekommen. Der ASB betreibt in Kooperation mit der Gewofag sieben Standorte und trägt maßgeblich dazu bei, älteren Menschen wohnortnahe Angebote machen zu können. Kosten: 550.000 Euro.
  • SAVE – Seniorinnen und Senioren aufsuchen im Viertel durch Experten: Das Streetwork-Projekt für Ältere ist an Alten- und Service-Zentren angeschlossen und läuft aktuell an vier Standorten. Es soll in fünf weiteren ASZ Anfang 2022 starten. Die Streetworkerinnen und Streetworker kennen sich in ihren Vierteln aus und erreichen vor allem die Seniorinnen und Senioren, die Hilfe benötigen, diese aber nicht von selbst suchen. Das aktuelle Modellprojekt zeigt, dass die Experten ältere Menschen durch Gespräche über einen längeren Zeitpunkt überzeugen können, benötigte Hilfe, etwa Arztbesuche oder warmes Mittagessen auch anzunehmen. Zusätzliche Kosten: 200.000 Euro.
  • Ausbau der Schuldnerberatungen: Vor allem junge Menschen und Soloselbständige haben sich während der Pandemie verschuldet. Bei den einen ist der Nebenjob weggebrochen, bei anderen die komplette Existenz. Dies hat zu deutlich verlängerten Wartezeiten bei den Beratungsstellen geführt. Diese sollen deshalb erneut mehr Personal bekommen. Kosten: bis zu 350.000 Euro.
  • Pontis – Lotsenprojekt Hasenbergl: Das befristete Projekt holt vor allem Menschen mit Migrationshintergrund in das soziale Hilfssystem und unterstützt sie bei Behördengängen. Es wäre eigentlich 2021 ausgelaufen, soll nun aber unbefristet verlängert werden. Kosten: 125.000 Euro
  • Der neue Seniorentreff der Israelischen Kultusgemeinde (IKG) im Prinz-Eugen-Park soll 2022 mit ausreichend Personal eröffnen können. Er wird Seniorinnen und Senioren als Begegnungsstätte dienen, denn das ASZ im Neubaugebiet wird erst später eröffnen. In direkter Nachbarschaft entsteht zudem ein neues „Wohnen im Viertel“. Kosten: bis zu 250.000 Euro.
  • Mini-München: Das Ferienangebot, das zehntausende Münchner Kinder besucht haben und noch immer gerne besuchen, wird dauerhaft gesichert und kann weiter alle zwei Jahre stattfinden. Kosten: 720.000 Euro.
  • Zudem werden der neue Nachbarschaftstreff JoMa in der Au und die Beratungsstelle Wohnen und Existenzsicherung für Familien des Evangelischen Hilfswerks mit insgesamt bis zu 200.000 Euro unterstützt. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgezogen (500.000 Euro), das Familienzentrum in der Nordhaide finanziert (530.000 Euro) und die digitale Bürgerbeteiligung vorangetrieben (300.000 Euro).
  • In den Kulturbereich sollen 1,5 Millionen Euro fließen. Wir wollen die Freie Szene unterstützen und ein großes Festival ausrichten, wenn die Pandemie vorbei ist und solche Veranstaltungen wieder zulässig sind. Von diesem Fest profitiert nicht nur die die Kultur- und Kreativwirtschaft, sondern die gesamte Stadtgesellschaft.
  • Für den Sport hat die SPD/Volt-Fraktion 500.000 Euro vorgesehen. Dieses Geld unter anderem Sportvereine dabei unterstützen sollen, zusätzliche Angebote bereitzustellen – vor allem Schwimmkurse und attraktive Outdooraktivitäten in Trendsportarten für Kinder und Jugendliche.

Der frühere Münchner Oberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel bekommt seinen eigenen Platz: Zum ersten Todestag des 2020 verstorbenen Münchner Alt-Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers haben Oberbürgermeister Dieter Reiter und Alt-OB Christian Ude den Platz im Olympiapark sowie eine Gedenktafel der Öffentlichkeit übergeben. Der Stadtrat hatte auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion beschlossen, den Coubertinplatz nach Hans-Jochen Vogel zu benennen.

Der Standort auf der Freifläche zwischen Olympiahalle und Olympiastadion ist kein Zufall. Schließlich ist es Dr. Hans-Jochen Vogel zu verdanken, dass die Olympischen Spiele 1972 in München stattgefunden haben. Als damaliger Oberbürgermeister setzte er sich mit seiner Bewerbung gegen Mitbewerber wie Detroit, Madrid und Montreal durch. München ehrt damit einen Politiker, der von 1960 bis 1972 Stadtoberhaupt war. Er setzte sich für bezahlbaren Wohnraum ein, plante die Fußgängerzone in der Innenstadt und auch das leistungsstarke Münchner S- und U-Bahn-Netz geht auf seine Initiative zurück.

Auch auf Bundesebene prägte Hans-Jochen Vogel die Politik. Er gehörte von 1972 bis 1981 und von 1983 bis 1994 dem Deutschen Bundestag an. Von 1972 bis 1974 war er Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und danach bis 1981 Bundesjustizminister. In West-Berlin war er von Januar bis Juni 1981 Regierender Bürgermeister und bis 1983 Mitglied des Abgeordnetenhauses. Bei der Bundestagswahl 1983 trat er als Kanzlerkandidat der SPD an, scheiterte aber an Helmut Kohl. Von 1983 bis 1991 war Hans-Jochen Vogel zudem Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und von 1987 bis 1991 Parteivorsitzender der SPD.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Dr. Hans-Jochen Vogel hat die Grundsteine gelegt, dass München die Stadt wurde, die wir heute alle so lieben. Und niemand hat solche Verdienste um die olympische Geschichte Münchens wie er. Unserem Altoberbürgermeister lag das Olympische Erbe sehr am Herzen. Dass wir in Absprache mit seiner Familie nun einen so angemessenen Ort gefunden haben, um Hans-Jochen Vogel zu ehren, freut uns sehr. Mitten im olympischen Herzen Münchens ist nun ein dauerhaftes Gedenken an einen der größten Bürger unserer Stadt möglich.“

Die Corona-Pandemie hat auch die Münchner Innenstadt sehr gebeutelt und neben der Hotel- und Gastrobranche auch den Einzelhandel und die Kulturszene hart getroffen. Zur Belebung hat die Bundesregierung auf Druck von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) nun die Mittel für das Projekt „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ verzehnfacht. Davon soll nach Willen der SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat auch München profitieren.

Erst letzte Woche hat sich der Stadtrat ausführlich mit der Innenstadt beschäftigt und eine Zukunftskonferenz und einen Wettbewerb zur Belebung nach Corona ausgerufen. Die SPD/Volt-Fraktion beantragt daher, sich rasch um die Fördermittel des Bundes zu bewerben. Das Geld ist bereits für Ideenlabore, Modellprojekte und Partizipations- und Beteiligungsprozesse abrufbar. Denkbar für München sind zum Beispiel Zwischennutzungskonzepte für den Gasteig und das Gesundheitshaus am Stiglmaierplatz oder aber ein Förderprogramm, um Dachterrassen auf Parkhäusern öffentlich zu nutzen und zu bewerben. Die Stadtverwaltung soll hierzu nun Vorschläge erarbeiten.

Dazu sagt Christian Köning, finanzpolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion:

„Das Geld, das auf Druck von Olaf Scholz zusätzlich für die Innenstadtförderung bereitsteht, ist eine große Chance für München. Es gibt viel für unsere Innenstadt zu tun und wir wollen auch Neues ausprobieren: Es geht um mehr Zwischennutzungen, gerade im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft, aber auch um mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, eine Strategie für die öffentliche Nutzung von Dachterrassen ohne Konsumzwang und die Vermeidung von Leerstand. Unsere Fraktion will die Innenstadt als Herzstück und Visitenkarte unserer Stadt noch vielfältiger nutzbar und erlebbarer machen. Hier stehen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und auch das Erleben von Stadt dicht aneinander. Und alle sollen dabei Platz finden.“

Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit als große Zukunftsaufgaben sind der Inhalt eines weiteren wirtschaftspolitischen Antragspakets der Fraktionen SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste. Die fünf Anträge beschäftigen sich zum einen damit, die Wirtschaftspolitik der Stadt stärker an Kriterien des Umwelt- und Klimaschutzes auszurichten. Zum anderen geht es um die Stärkung des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms (MBQ) und um eine möglichst unbürokratische und mittelstandsfreundliche Ausrichtung der Stadtverwaltung.

Dazu sagt Stadträtin Julia Post (Die Grünen – Rosa Liste):

„Ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sind die elementaren und unverzichtbaren Kriterien für zukünftigen Wohlstand. Die Stadt München als bedeutender Wirtschafts- und Finanzstandort steht in der Verantwortung, ihre Wirtschaftspolitik an diesen Erfordernissen auszurichten. Gleichzeitig gilt es, die stabile Grundlage des Wirtschaftsstandorts zu erhalten – einen gesunden Branchenmix und gute Bedingungen für Unternehmen verschiedenster Größen. Dabei haben wir vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Blick.“

Und Stadträtin Simone Burger (SPD/Volt) sagt:

„Wir wollen nach Corona nicht die Scherben zusammenkehren, ein bisschen aufräumen und dann weitermachen wir bisher. Wir wollen ein sozial gerechtes und ökologisches Wirtschaftssystem. Wir sind dann erfolgreich, wenn wir in der Stadt in allen Bereichen Arbeitsplätze haben zum Beispiel in der Produktion, im Handwerk und nicht nur in der Unternehmensberatung. Wenn wir gute Arbeit haben. Wenn jede/r sich mit seiner Arbeit ein gutes Leben aufbauen kann. Wenn wir die Klimawende sozial gerecht schaffen. Deshalb wollen wir auch auf kommunalpolitischer Ebene die Weichen neu stellen. Die nun vorgelegten Anträge sind dafür nur ein Auftakt.“

Ein Antrag beschäftigt sich mit der Stärkung des Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms (MBQ), das durch die krisenhaften Auswirkungen der Corona-Pandemie vor neue Herausforderungen gestellt wird. Hier beantragen die beiden Fraktionen die Einrichtung von zwei zusätzlichen Stellen im Referat für Arbeit und Wirtschaft.

SPD-Stadträtin Simone Burger sagt dazu:

„Die Corona-Pandemie hat die soziale Spaltung in dieser Stadt vergrößert. Deshalb ist es noch wichtiger dagegen anzukämpfen – alle Menschen sollen in München gut leben können. Ein wichtiger Baustein ist hierbei, Menschen ohne Arbeit zu unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt wieder führen zu können. Deshalb wollen wir das Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm gut aufstellen. Denn es stehen große Herausforderungen für die Beschäftigungspolitik an – zum einen die richtigen Antworten auf die Folgen der Pandemie zu finden und zum anderen auch die Transformation der Wirtschaft zu begleiten.“

Ein weiteres wichtiges Steuerinstrument der städtischen Wirtschaftspolitik ist der Kriterienkatalog zur Vergabe von Gewerbeflächen. Hier strebt die Rathausmehrheit eine stärkere Gewichtung der Kriterien Umweltschutz und ökologisches Wirtschaften an – so dass diese beiden Bereiche mit zusammen 33 Punkten gleichrangig neben den Kriterien Arbeitsmarkt und Wirtschaftskraft stehen. Für die Kriterien Ökologie und Arbeitsmarkt wird ein Mindestwert von mindestens je 10 Punkten eingeführt.

Außerdem soll die Ausstattung der Dachflächen mit Photovoltaikanlagen mit mindestens 75 Prozent der Fläche als verpflichtender Standard eingeführt werden. Weitere Bewertungspunkte sollen durch die Erhaltung bzw. Schaffung von Biotopen, platzsparende Bebauung und regionale Vermarktung erworben werden können.

Stadträtin Julia Post sagt:

„ In den derzeit geltenden Vergaberichtlinien sind ökologische Aspekte mit lediglich 25 Prozent unterbewertet. Da zukunftsfähiges Wirtschaften nur im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und der Umwelt funktionieren kann, wollen wir im Einflussbereich der Landeshauptstadt München die Weichen in diese Richtung stellen und ökologische Anstrengungen zu einem Wettbewerbsvorteil machen.“

Rasche und berechenbare Verwaltungsabläufe innerhalb verlässlicher Fristen sind die Grundlage für das Vertrauen von Unternehmen. Die Mehrheitsfraktionen beantragen daher, die Stadtverwaltung solle sich um ein Gütezeichen bemühen, das diese Qualitätsmerkmale bewertet – beispielsweise das der „Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen e. V.“, die 14 nachprüfbare Gütekriterien entwickelt hat: unter anderem Eingangsbestätigungen, Bearbeitungszeit von Baugenehmigungen oder die schnelle Reaktion auf Beschwerden.

Stadträtin Julia Post sagt:

„Bürokratieabbau ist ein großes Thema und bleibt häufig nur ein Schlagwort. Wir werden mit diesen bereits erprobten Kriterien konkret und bieten Orientierung, wie das auch wirklich gelingen kann. Ausufernde Bürokratie ist ein Kosten- und Standortfaktor. Wir betreiben damit gezielt Mittelstandsförderung und stärken die Münchner Mischung.“

Ein anderer wichtiger Standortfaktor ist das Vorhandensein von genügend bezahlbaren Gewerbe-, Laden- und Gastronomieobjekten – im hochpreisigen München gerade für Existenzgründer/innen ein Problem. SPD/Volt und Grüne – Rosa Liste beantragen daher, zum ersten Quartal 2022 ein Konzept für die niederschwellige Vermittlung von leerstehenden Gewerbe- und Ladenimmobilien zu erstellen und dazu auch mit städtischen Tochtergesellschaften zu kooperieren.

Dazu sagt Stadträtin Julia Post:

„Existenzgründer/innen und auch bereits am Markt etablierte Unternehmen brauchen immer wieder Unterstützung bei der Suche nach Räumlichkeiten. Die Stadt München und ihre Tochtergesellschaften sollten einfachere Informationen und eine zügigere Vermittlung über in Frage kommende Objekte gewährleisten.“

Menschenfeindliches Gedankengut hat in München keinen Platz. Deshalb verstärkt die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat nun die antifaschistische Arbeit an den Schulen. Jugendliche sollen verstärkt über rechte Strömungen, auch in der Szene der „Coronagegner“ aufgeklärt werden. Dafür beantragt die Fraktion nun gemeinsam mit dem Koalitionspartner extra Zuschüsse.

In der Coronapandemie haben rechte Verschwörungsmythen enormen Aufwind erhalten. Selbsternannte „Coronagegner“ stellen nicht nur Infektionsschutzmaßnahmen in Frage, sondern verbreiten auch antisemitisches und faschistisches Gedankengut. Gleichzeitig herrscht in der Stadtgesellschaft nach über einem Jahr Pandemie eine gewisse Müdigkeit gegenüber den geltenden Einschränkungen, so dass die Thesen rechter Bewegungen ein Stück weit anschlussfähig werden.

Hier will SPD/Volt präventiv eingreifen und auch diejenigen, die rechtes Gedankengut bereits übernommen haben, wieder zurückholen. Die Fraktion beantragt daher, 40.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Diese können in bestehenden Programmen und Strukturen abgerufen werden, um an Schulen Aufklärungsarbeit mit dem Fokus auf aktuelle Herausforderungen zu leisten.

Dazu sagt Lena Odell, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Wir werden nicht zulassen, dass menschenfeindliches Gedankengut verbreitet wird. Vor fünf Jahren haben wir in München beim OEZ-Anschlag schmerzlich erfahren, wohin rassistische Radikalisierung führen kann. Es gilt, alles daran zu setzen, dass sich solche Taten nicht wiederholen. Gerade an Schulen wollen wir daher jetzt verstärkt antifaschistische Aufklärungsarbeit etablieren, um Schülerinnen und Schüler zu empowern, Fake News und Hetze als solche zu erkennen und dagegen Stellung zu beziehen.“

München schließt eine Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Be’er Sheva. Das hat der Stadtrat heute entschieden. Die Fraktionen von SPD/Volt und Die Grünen Rosa Liste hatten die Partnerschaft angeregt, um die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel weiter zu vertiefen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und der aus Israel per Videokonferenz zugeschaltete Bürgermeister von Be’er Sheva, Ruvik Danilovich, haben die Partnerschaftsurkunde in der Sitzung des Verwaltungs- und Personalausschusses unterschrieben.

Die Stadt stellt sich ihrer historischen Verantwortung als Wiege des Nationalsozialismus. Gleichzeitig engagiert sie sich dafür, dass die Beziehungen mit Israel in politischer, wirtschaftlicher, kultureller und touristischer Hinsicht noch enger und antisemitische Ressentiments in der Gesellschaft wirkungsvoll bekämpft werden. Eine Freundschaft zwischen Be’er Sheva und München erleichtert nicht nur den Austausch auf zivilgesellschaftlicher Ebene, sondern sorgt auch dafür, dass beide Seiten von den Erfahrungen und dem Fachwissen des Partners profitieren, etwa beim Voranbringen internationaler Projekte. Die SPD/Volt-Fraktion bedankt sich bei der israelischen Generalkonsulin Sandra Simovich für die Vermittlung und die Begleitung bei der Entstehung der Städtepartnerschaft.

Die Stadt München hat nun acht Partnerstädte: Edinburgh (seit 1954), Verona (1960), Bordeaux (1964), Sapporo (1972), Cincinnati (1989), Kiew (1989), Harare (1996) und Be’er Sheva (2021). Nach Ende der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Kontakt- und Reisebeschränkungen wird sich die SPD/Volt-Fraktion wieder für einen engeren Austausch mit den Partnern einsetzen.

Dazu sagt Volt-Stadtrat Felix Sproll:

„Dass München nun eine neue Partnerschaft mit Be‘er Sheva eingeht ist gerade vor dem Hintergrund der Münchner Geschichte ein klares und wichtiges Zeichen. Be‘er Sheva ist, wie München eine innovative und starke wachsende Stadt. Das verbindet uns. Nach dem digitalen Austausch mit der Stadtspitze von Be‘er Sheva, bin ich sicher, dass wir gegenseitig von dieser Partnerschaft profitieren können. Ich finde es großartig, dass wir diesen Schritt nun gehen und freue mich die Kolleg/innen aus Israel bald auch persönlich kennenzulernen.“

Der Wirtschaftsausschuss des Münchner Stadtrats hat heute mehrere Maßnahmen diskutiert, um die Innenstadt, die Beschäftigten und die Wirtschaft zu stärken.

Diskutiert wurden verschiedene Maßnahmen wie die Idee einer Zukunftskonferenz, der Umgang mit Leerstand, Leerstände in der Innenstadt für Zwischennutzungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft zu nutzen, die hohen Mieten in der Innenstadt, kleine und mittlere Unternehmen beim Onlinehandel durch den Aufbau einer Plattform zu stärken und wie es mit den Förderprogrammen von Land und Bund weitergeht.

Dazu sagt Simone Burger, wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Wir wollen eine Innenstadt für alle. Dabei wird das Projekt ,Kultur- und Kreativwirtschaft als Zwischennutzung‘ helfen, damit die Kulturschaffenden hohe Mieten in der Innenstadt stemmen können. Um mehr Vielfalt zu schaffen, setzen wir uns dafür ein, dann neben städtischen Flächen weitere Orte mit bezahlbaren Mieten geschaffen werden. Wichtig ist uns zudem, kleine und mittlere Unternehmen online zu stärken. Deshalb wird an dem vom der Rathauskoalition eingebrachten Antrag weitergearbeitet und eine Onlineplattform geschaffen. Dabei soll aber nicht irgendeine weitere Plattform herauskommen, sondern eine Plattform, die zwei Kriterien erfüllt: Sie soll fair mit den Unternehmen umgehen und einen guten Datenschutz für die Verbraucherinnen bieten.“*

Neue Busspuren, zusätzliche Abbiegespuren, Halteverbote und veränderte Ampelschaltungen: Mit 18 neuen Streckenabschnitten verbessert die Stadt München das Bussystem. Über sie wird der Mobilitätsausschuss des Stadtrats am Mittwoch, 21. Juli, beschließen. Der SPD/Volt-Fraktion ist eine Beschleunigung des MVG-Busnetzes besonders wichtig: Denn nur so lässt sich die Zuverlässigkeit der Verbindungen schnell erhöhen und gleichzeitig das Gesamtnetz entlasten.

Bis zu fünf Minuten werden die Busse etwa am Frankfurter Ring, in der Grillparzerstraße und in der Knorrstraße schneller fahren. Fast sechs Minuten sind es in der Einsteinstraße und in der Denninger Straße, über sechs Minuten in der Rosenheimer Straße und sogar bis zu zehn Minuten an der Garmischer Straße am Luise-Kiesselbach-Platz. Mit insgesamt 18 Maßnahmen wird die Stadt in einem dritten Paket das Bussystem beschleunigen. Diese ermöglichen nach Ansicht der SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat schnell Verbesserungen. Mittelfristig aber muss der Ausbau des Tram- und U-Bahnsystems forciert werden, denn nur hier können die benötigten Kapazitäten geschaffen werden. Dazu zählt vor allem die Tram Westtangente, die Verlängerung der Tram 23 zur Erschließung des Neubauquartiers Bayernkaserne, die Tram-Nordtangente, die Verlängerung der Tram 17 nach Johanneskirchen und neue U-Bahn Strecken.

Konkret sind folgende Verbesserungen geplant:

  • Neue Busspur: Einsteinstraße, Grillparzerstraße, Putzbrunner Straße, Knorrstraße Denninger Straße (Ost), Auen-/Wittelsbacherstraße, Rosenheimer Straße
  • Schaffung einer Rechtsabbiegerspur: Frankfurter Ring/Schleißheimer Straße, Hanauer/Triebstraße
  • Geänderte Ampelschaltung: Pfeuferstraße, Garmischer Straße/Luise-Kiesselbach-Platz, Lortzingstraße, Falkenstraße/Mariahilfplatz
  • Halteverbot: Denninger Straße (West), Am Blütenanger, Grafinger Straße, Vesaliusstraße

Nachdem nahezu alle Streckenabschnitte der Trambahn beschleunigt wurden Beschluss der Stadtrat 2018 ein 1. und 2019 ein 2. Maßnahmenbündel für die Busse. Von 23 beschlossenen Maßnahmen sind 17 bereits umgesetzt und 5 in Umsetzung.

Dazu sagt Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion:

„Das Programm zur Busbeschleunigung in München ist ein zentraler Baustein, um die Attraktivität des Nahverkehrs weiter zu erhöhen. Mit dem dritten Maßnahmenbündel sparen wir bis zu 81 Minuten Fahrtzeit ein. Wenn die Münchnerinnen und Münchner mit dem Bus schneller und bequemer ans Ziel kommen als mit dem Auto, dann sind sie eher gewillt, ihr eigenes Fahrzeug stehen zu lassen. Nur so können wir unser Ziel erreichen, dass 80 Prozent der Wege zu Fuß, mit dem Rad, U-Bahn, Bus und Tram oder Elektro-Autos zurückgelegt werden.“