Lösungen fürs Zentrum: Der SPD-Plan für den Hauptbahnhof

07. November 2017

Die SPD-Stadtratsfraktion hat heute ein Antragspaket zur Verbesserung der Situation am und um den Münchner Hauptbahnhof vorgestellt. Ziel der elf Anträge umfassenden Initiative ist ein Gesamtkonzept mit Lösungen für die Herausforderungen im Bahnhofsviertel.

Armut, Schmutz, Baustellen-Verhau: Am und um den Hauptbahnhof haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Herausforderungen ergeben. Um die Situation zu verbessern, braucht es umfassendes und gezieltes Handeln. Die SPD-Stadtratsfraktion geht die Herausforderungen deshalb mit einem Gesamtkonzept an. Mit einem umfassenden Antragspaket legt die Fraktion die Handlungsbereiche fest. Das SPD-Antragspaket umfasst elf Punkte.

1. Arbeitsausschuss: Für die Herausforderungen in der Gegend um den Hauptbahnhof braucht es eigene Lösungen. Deshalb soll ein Arbeitsausschuss eingerichtet werden, der sich mit der Planung und Entwicklung im Bahnhofsviertel und speziell auch den Themen Verkehr, soziale Aufgaben und Sicherheit befasst. Neben Stadtratsmitgliedern sollen im Ausschuss Stadtverwaltung (Referate für Kreisverwaltung, Soziales, Planung, Bau sowie Arbeit und Wirtschaft), die Polizei, die Bahn, der MVV, die im Viertel tätigen sozialen Träger sowie der Hotel- und Gaststättenverband vertreten sein.

2. Sozialkonzept: Drogen- und alkoholabhängigen sowie wohnungslosen Menschen, die sich am Hauptbahnhof aufhalten, müssen Anlaufstellen für ihre Probleme geboten werden. Nur so lässt sich Sicherheit erreichen. Die Verwaltung soll gemeinsam mit den Wohlfahrts- und Frauenverbänden sowie den um den Bahnhof tätigen Trägern ein Konzept für den Umgang mit problematischen sozialen Entwicklungen vorlegen.

3. Baustellen besser abwickeln: Schluss mit dem Verhau, Ordnung muss her – das fordert die SPD bei den Baustellen. Das Baureferat soll künftig mit Bauherren verbindlich klären, dass bei Bauarbeiten schlecht übersehbare Räume vermieden werden und es eine saubere Abgrenzung, eine ordentliche Gestaltung sowie ein klares Belieferungskonzept gibt.

4. Verkehrskonzept: Mit den Umbauten um den Bahnhof wird sich die Verkehrsführung ändern. Die Verwaltung soll dafür frühzeitig ein Konzept vorlegen. Die Gestaltung der Straßen und Plätze, die Führung des ÖPNV, der FußgängerInnen und RadlerInnen sowie des Autoverkehrs muss rechtzeitig geplant werden. Auch während der Bauzeit braucht es hochwertige, das heißt sichere, eindeutige und gut einsehbare Verkehrsführungen.

5. Mehr Grün: Das Bahnhofsviertel ist urban, dicht bebaut und oft grau. Die SPD will es ein Stück grüner, frischer und schöner machen. Sie fordert von der Verwaltung ein Konzept für die Bepflanzung. Dabei geht es sowohl um Sofortmaßnahmen wie Blumenhochbeete oder Mooswände als auch ums Grün bei der Bauplanung.

6. Mehr Licht: Die Rathaus-SPD will moderne Lichträume statt finsterer Ecken. Das heißt, dass ein innovatives Beleuchtungskonzept entwickelt werden soll, mit zukunftsweisender Technik, Designelementen und möglicherweise einer zentralen Lichtkunst-Installation.

7. Mehr Sicherheitsgefühl: Am Bahnhofsplatz soll ein Informationskiosk der MVG entstehen, der zum einen ein gut sichtbares Info-Zentrum für ÖPNV-NutzerInnen sein und zum anderen als zentrale Anlaufstelle für den städtischen Kommunalen Außendienst dienen wird. Dies sorgt für schnelle Erreichbarkeit und verbessert das Sicherheitsgefühl.

8. Mehr Sauberkeit: Abfall und Schmutz sind hässlich und führen dazu, dass man sich unwohl fühlt. Die SPD will ein gepflegtes Straßenbild und fordert ein erweitertes Konzept zur Müllvermeidung und Straßenreinigung. Das umfasst mehrere Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass weniger Müll entsteht und der, der trotzdem da ist, schneller verschwindet.

9. Mehr Kultur: München hat mit bestehenden Veranstaltungen wie der Langen Nacht der Musik oder dem Stadtgründungsfest bereits Formate, bei denen das Viertel besser eingebunden werden könnte. Darüber hinaus sollen zusammen mit Veranstaltern und Künstlern aber auch neue Formate entwickelt werden, etwa ein neues Open-Air-Konzert.

10. Weniger Spielhallen: Wo es viele Spielhallen gibt, sinkt die Lebensqualität, weil andere Restaurants und Läden verdrängt werden. Der Freistaat Bayern tut zu wenig, um Spielhallen einzudämmen. Die Stadt soll sich weiter dafür einsetzen, dass die Kommunen wirkungsvolle Instrumente zur Regulierung der Spielhallen erhalten.

11. Hilfe für Alkoholabhängige: Übermäßiger Alkoholkonsum und in der Folge enthemmtes Verhalten führen zu Verunsicherung bei Bürgerinnen und Bürgern. Die SPD fordert einen Modellversuch, bei dem Abhängigen der Konsum im kontrollierten Rahmen ermöglicht wird.

Zu diesem Antragspaket sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl:

„Der Hauptbahnhof und seine Umgebung haben in den letzten Jahren nicht immer eine gute Entwicklung genommen. Wenn sich dort Bürgerinnen und Bürger zeitweise nicht mehr wohl fühlen, müssen wir dringend handeln. Die Rathaus-SPD setzt den Herausforderungen ein Gesamtkonzept entgegen, das von sozialen Angeboten über Maßnahmen für mehr Ordnung und Sauberkeit, einer besseren Verkehrsführung und Gestaltung bis hin zu Kulturangeboten reicht. Es ist der Plan, nach dem wir die Lösungen fürs Bahnhofsviertel entwickeln werden.“

Die Anträge werden am Mittwoch gestellt und erscheinen daraufhin in der Rathaus-Umschau.

  • Verena Dietl
    Verena Dietl, Stadträtin
  • Hans Dieter Kaplan
    Hans Dieter Kaplan, Stadtrat
  • Horst Lischka
    Horst Lischka, Stadtrat
  • Gerhard Mayer
    Gerhard Mayer, Stadtrat
  • Christian Müller
    Christian Müller, Stadtrat
  • Alexander Reissl
    Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender
  • Klaus Peter Rupp
    Klaus Peter Rupp, Stadtrat
  • Christian Vorländer
    Christian Vorländer, Stadtrat

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