Mehr Kontrollen: Wer einen Baum fällt, muss nachpflanzen

06. Dezember 2017

Während es in München auf öffentlichem Grund immer mehr Bäume gibt, werden es auf Privatgrund immer weniger. Die SPD-Stadtratsfraktion will das Grün in der Stadt und die damit verbundene Lebensqualität erhalten und hat sich deshalb für mehr Baumschutz stark gemacht.

Im Planungsausschuss stimmte die Rathaus-SPD deshalb heute dafür, dass künftig besser kontrolliert wird, ob für gefällte Bäume auch wirklich Ersatz nachgepflanzt wird.

Viele drücken sich nämlich ums Nachpflanzen: Eine Arbeitsgruppe im Planungsreferat fand heraus, dass bei einer Stichprobe lediglich zwischen 58 Prozent (bei Einzelfällungsverfahren) und 85 Prozent (bei Fällungen in einem Baugenehmigungsverfahren) der Bäume adäquat ersetzt wurden. Im Schnitt bedeutet das, dass für vier privat gefällte Bäumen nur drei neu gepflanzt werden. Weil junge, kleinere Bäume nicht die gleichen positiven Auswirkungen auf Luft und Stadtklima haben, fällt der negative Effekt noch größer aus. Die Zahlen zeigen, dass der Druck erhöht werden muss: Die Stadt kontrolliert künftig in 60 Prozent der angeordneten Ersatzpflanzungen nach. Dazu stellt sie zusätzliches Personal an.

SPD-Stadträtin Heide Rieke, Sprecherin im Planungsausschuss, sagt dazu:

„Es reicht nicht, dass stadtweit durchschnittlich nur drei von vier privat gefällten Bäumen ersetzt werden. Wir tun viel dafür, das Grün auf öffentlichen Flächen zu bewahren und zu vermehren – und wir verlangen auch von privaten Grundstückseigentümern, dass sie den Baumbestand schützen. Die verstärkte Kontrolle hat eine klare Signalwirkung und wird die Bereitschaft, nachzupflanzen, erhöhen.“

Die kommunalpolitische Sprecherin der Fraktion, SPD-Stadträtin Ulrike Boesser, sagt:

„Wir brauchen unsere Bäume: Sie filtern die Luft, schlucken Lärm, beeinflussen das lokale Kleinklima, bieten Lebensraum für Insekten und Kleintiere, schauen schön aus und prägen unser Stadtbild. Der Schutz des Baumbestands gehört zu den wichtigen Aufgaben der Stadt, ähnlich wie Trinkwasser oder Strom. Wir müssen klarmachen, dass hier nicht nur die Stadt, sondern auch private EigentümerInnen eine Verantwortung haben.“

  • Kathrin Abele
    Kathrin Abele, Stadträtin
  • Ulrike Boesser
    Ulrike Boesser, Stadträtin
  • Hans Dieter Kaplan
    Hans Dieter Kaplan, Stadtrat
  • Renate Kürzdörfer
    Renate Kürzdörfer, Stadträtin
  • Bettina Messinger
    Bettina Messinger, Stadträtin
  • Christian Müller
    Christian Müller, Stadtrat
  • Heide Rieke
    Heide Rieke, Stadträtin

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