Öffentlich besser fahren: SPD packt beim ÖPNV kräftig an

04. Oktober 2017

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt heute ein Antragspaket zum öffentlichen Personennahverkehr. Denn dessen Ausbau ist die zweite große Herausforderung neben bezahlbarem Wohnen, die das wachsende München mit höchster Priorität angehen muss.

Abfahrt: jetzt! Die Stadt muss anpacken, um eine der größten Herausforderungen des Wachstums zu bewältigen: Dafür zu sorgen, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) schnell, zuverlässig und leistungsfähig ist und bleibt. Die SPD-Stadtratsfraktion ist beim Ausbau des ÖPNV die treibende Kraft und stellt heute ein Antragspaket, das für mehr Angebot und mehr Leistung sorgen wird. Die Rathaus-SPD benennt Ziele und gibt der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sowie der Stadtverwaltung konkrete Aufträge.

Das SPD-Antragspaket umfasst zehn Punkte.

1. Stadt, Land, Verkehrsfluss: Die Verbindung zum Umland muss stärker werden. Deshalb soll die MVG zeigen, wo der öffentliche Nahverkehr über die Stadtgrenze hinaus – etwa durch die Tram oder Stadt-Umland-Bahnen – erweitert werden kann. Als erste Ideen für Potenziale nennt die Rathaus-SPD etwa die Verbindungen aus dem Raum Dachau/Karlsfeld über Ludwigsfeld in den Norden oder über Giesing/Ramersdorf in den Südosten.

2. Dichtere Takte: Der ÖPNV ist attraktiv, die Nachfrage steigt permanent, darum ist die Kapazität bereits jetzt teils überlastet. Die MVG soll zeigen, wo und wie Takte verdichtet werden können. Danach fordert die Rathaus-SPD eine rasche Umsetzung der neuen Takte.

3. Pendeln besser organisieren: Es braucht eine Konferenz für öffentliche Verkehrsprojekte mit den Landkreisen München, Dachau und Fürstenfeldbruck. Denn egal ob rein ins Zentrum oder raus aus der Stadt, der Pendlerverkehr zeigt hier besonders deutlich, wie wichtig eine Vernetzung der Verkehrsprojekte über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus ist.

4. Mehr U-Bahn, mehr Tram: Die Verlängerung der U5 nach Pasing wird aktuell geplant, die der U4 nach Englschalking soll mit der Siedlungsentwicklung im Nordosten kommen und die U9 ist für die SPD essentiell als innerstädtische Entlastungslinie. Das U- und Trambahnnetz muss wachsen. Diese Beispiele und andere Projekte sollen von der Stadt in einem vierten Mittelfristprogramm bewertet und gewichtet werden. Damit soll der Ausbau-Fahrplan für das Netz von U-Bahn und Tram geschaffen werden.

5. Mehr Geld für den Münchner Nahverkehr: Gefördert wird, wo etwas neu entsteht, nicht aber, wo etwas wächst. Das muss sich ändern. Der Bund und die Länder sollen die Förderung von Nahverkehrsinvestitionen reformieren. Die Rathaus-SPD fordert zum einen, dass mehr Geld fließt und zum anderen, dass dieses in der wachsenden Stadt München, die dringend den Nahverkehr ausbauen muss, zielführend eingesetzt werden kann.

6. Schnelle Entlastung: Neue U- und Trambahnlinien brauchen Zeit. Die Rathaus-SPD will das ÖPNV-Angebot aber auch kurzfristig kräftig ausweiten, um eine spürbare Entlastung für bestehende Linien zu schaffen und neue Verbindungen zu ermöglichen. Deshalb fordert die Fraktion mindestens vier zusätzliche Linien bei den Metro- und Expressbussen bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018.

7. Vorfahrt für den ÖPNV: Ein Bus, der im Stau steht, bringt nichts. Busse müssen schnell und pünktlich sein, darum braucht der ÖPNV Vorfahrt. Dazu soll es mehr Busspuren geben. Die MVG soll bis Juli 2018 ein Konzept vorlegen, das zeigt, auf welchen bestehenden sowie künftigen Express- und Metrobuslinien zeitnah Busspuren zur Beschleunigung eingerichtet werden können.

8. Ausbau steuern: Der kurzfristige Ausbau im ÖPNV-Netz durch die Busoffensive 2018 soll koordiniert und konsequent umgesetzt werden. Dazu soll eine Taskforce gegründet werden, die sich um die schnelle Einrichtung von Bustangenten und Entlastungslinien kümmert.

9. Zuverlässigkeit erhöhen: Ein komplexes System wie das ÖPNV-Netz wird immer anfällig für Störungen sein. Aber es müssen weniger werden. Die Rathaus-SPD fordert von der MVG, dass sie noch mehr tut, um die Zuverlässigkeit in ihrem Netz zu erhöhen.

10. Mehr Information: Wenn's hakelt, dann braucht's eine Lösung für die Fahrgäste. Die SPD-Stadtratsfraktion fordert von der MVG, ihr Management bei Störungen zu verbessern. So sollen etwa gut verständliche Durchsagen die Fahrgäste über Ursachen aufklären, aber auch aufzeigen, auf welche Alternativen man ausweichen kann.

Zu diesem Antragspaket sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl:

„Der ÖPNV ist das Fortbewegungsmittel für alle, er muss funktionieren, damit das Stadtleben funktioniert. Für die SPD-Stadtratsfraktion ist deshalb der öffentliche Nahverkehr die zweite große Herausforderung neben bezahlbarem Wohnen, die wir angesichts des Wachstums der Stadt mit höchster Priorität anpacken müssen. Wir wollen, dass die Münchnerinnen und Münchner besser öffentlich fahren. Dazu brauchen wir mehr Angebot durch neue Linien und vernetzte Strecken, mehr Leistung durch dichtere Takte, Busbeschleunigung und eine höhere Zuverlässigkeit und eine sinnvolle finanzielle Förderung, um Projekte zu finanzieren und rasch umzusetzen. Mit dem Antragspaket schieben wir den ÖPNV-Ausbau kräftig an.“

  • Simone Burger
    Simone Burger, Stadträtin
  • Dr. Ingo Mittermaier
    Dr. Ingo Mittermaier, Stadtrat
  • Alexander Reissl
    Alexander Reissl, Fraktionsvorsitzender
  • Heide Rieke
    Heide Rieke, Stadträtin
  • Jens Röver
    Jens Röver, Stadtrat

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