Abwasser-Frühwarnsystem für Covid-19 etablieren

07. Mai 2021

Das Münchner Abwasser lässt sich als Frühwarnsystem für mögliche neue Corona-Wellen nutzen. Das hat eine wissenschaftliche Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ergeben, an der sich die Stadt auf Initiative von der SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat beteiligt hat. Die Analyse von Coronaviren im Abwasser hat sich somit als sinnvolle Strategie zur frühzeitigen Erkennung eines ansteigenden Pandemiegeschehens erwiesen und sollte aus Sicht von SPD/Volt daher dauerhaft etabliert werden.

Coronaviren im Abwasser untersuchen - das fordert SPD-Stadträtin Julia Schmitt-Thiel. Foto: privat
Coronaviren im Abwasser untersuchen - das fordert SPD-Stadträtin Julia Schmitt-Thiel. Foto: privat

Reste von Coronaviren können im Abwasser nachgewiesen werden. Diverse wissenschaftliche Analysen haben das bereits bestätigt. Auch die Stadt München beteiligte sich an mehreren Studien, wie die Fraktionen von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste bereits im Mai 2020 gemeinsam beantragt haben. Die LMU hat an verschiedenen Stellen im Münchner Kanalnetz über ein Jahr hinweg regelmäßig Abwasserproben entnommen und auf das Erbgut von SARS-CoV-2-Viren hin untersucht. Die Studie konnte zeigen, dass Corona-Rückstände im Abwasser bereits etwa zwei Wochen früher nachzuweisen sind, als sich das Infektionsgeschehen dann auch anhand der Inzidenz ablesen lässt. Auch Corona-Mutationen sind erkennbar. Zudem konnten die Forscher*innen Rückschlüsse auf die Dunkelziffer, also auf Personen, die keine oder nur kaum Symptome aufweisen, und damit auf den tatsächlich infizierten Anteil der Bevölkerung ziehen.

Abwasseranalysen können aus Sicht der SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat eine sinnvolle Strategie zur frühzeitigen Erkennung eines Corona-Ausbruchs sein und sollten daher umfassender fortgeführt werden. Ziel soll dabei sein, ein Frühwarnsystem zu etablieren und das Infektionsgeschehen so noch intensiver zu beobachten. Deshalb führt SPD/Volt gerade Gespräche, das Modellprojekt dauerhaft zu verstetigen. Eventuell lässt sich auch die Verbreitung von Viren in die Untersuchungen einbeziehen.

Dazu sagt Dr. Julia Schmitt-Thiel, umweltpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion:

„Ich freue mich sehr, dass München bei diesen wichtigen Erkenntnissen ganz vorne dabei ist. Denn mit einem Frühwarnsystem können wir die Verbreitung des Virus frühzeitig erkennen. Wichtig ist uns auch, dass wir die Dunkelziffer besser kennen. Der tatsächlich infizierte Anteil der Bevölkerung ist ein wichtiger Schlüsselparameter für die epidemiologische Bewertung einer Pandemie und für Prognosen. So können wir besser planen und langfristige Strategien entwickeln, statt dem Pandemiegeschehen hinterherzulaufen.“

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