Den öffentlichen Nahverkehr in Corona-Zeiten stärken

Foto: Susie Knoll

21. Januar 2021

Auch während der Pandemie bleibt der öffentliche Nahverkehr in München das wichtigste Fortbewegungsmittel. Mit zwei Anträgen will die SPD/Volt-Fraktion das bestehende Sicherheitskonzept weiter verbessern und die Zukunft der MVG sichern. Mehr Fahrzeuge und ein detaillierteres Informationsangebot sollen Fahrgästen auch in den Hauptverkehrszeiten die Einhaltung von Mindestabständen ermöglichen. Außerdem fordert SPD/Volt gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner, den ÖPNV-Rettungsschirm von Bund und Land auch in 2021 fortzusetzen.

Während des aktuellen Lockdowns hält die Münchner Verkehrsgesellschaft ihr Angebot weitestgehend aufrecht und stellt damit sicher, dass die Münchnerinnen und Münchner mit Bus, Tram und U-Bahn zuverlässig und sicher an ihr Ziel kommen. Um den Infektionsschutz zu gewährleisten, hat die MVG das Konzept „Gemeinsam gegen Corona“ erfolgreich etabliert. Regelmäßiges Lüften, kurze Fahrtzeiten und Maskenpflicht sorgen schon jetzt dafür, dass die Ansteckungsgefahr hier nicht höher ist als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Angesichts der aktuellen Herausforderungen fordert die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat nun, das Konzept weiter auszubauen, um das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste weiter zu erhöhen. Dazu sollen vor allem fünf Maßnahmen geprüft werden:

  • eine Erhöhung des Takts in den Hauptverkehrszeiten, um eine zu starke Auslastung der Fahrzeuge zu verhindern
  • Hinweisschilder an Wartebereichen und Fahrzeugen, dass bei der Wahl der Sitzplätze möglichst auf einen Mindestabstand zu anderen Fahrgästen zu achten ist
  • eine Ausweitung der Hygienestationen und der Verkauf von FFP2-Masken an Infopunkten
  • ein gestaffelter Unterrichtsbeginn nach dem Lockdown zur Entzerrung der Schüler/innenströme
  • eine Werbeoffensive des Oberbürgermeisters bei Münchner Unternehmen, zeitnah überall dort, wo es möglich ist, auch wirklich Homeoffice zu ermöglichen

Um weiter ein attraktives Angebot aufrecht zu erhalten, ist die Stadt München und vor allem auch die MVG aber auf Hilfe angewiesen. Denn wie schon im vergangenen Jahr ist auch 2021 mit geringeren Fahrgastzahlen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit zu rechnen. Ein fast gleichbleibendes Angebot und gleichzeitige Einnahmeausfälle aus Ticketverkäufen werden voraussichtlich zu hohen Verlusten bei der MVG und anderen kommunalen Verkehrsbetrieben führen. Im schlimmsten Fall können diese existenzbedrohend sein. Deshalb wäre es sowohl für die Fahrgäste als auch die vielen Beschäftigten im ÖPNV ein wichtiges Signal, dass Bund und Länder ihren Rettungsschirm auch in diesem Jahr fortsetzen. Dies fordern SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste in einem zweiten Antrag.

Der verkehrspolitische Sprecher Nikolaus Gradl sagt:

„Wir wollen, dass sich die Fahrgäste in Bus, Tram und U-Bahn noch sicherer fühlen können. Das lässt sich durch Abstand bei den Sitzplätzen, mehr Hygienestationen und Verstärkerfahrten in der Hauptverkehrszeit erreichen. Fahrgastbeschränkungen lehnen wir hingegen strikt ab. Außerdem brauchen wir dringend einen Rettungsschirm vom Bund für den Nahverkehr. Die Stadt muss jetzt planen können, dass sie auch während des Lockdowns in der Hauptverkehrszeit ein gutes Angebot fahren kann, da es für das Funktionieren der Stadt auch Angestellte gibt, die nicht im Homeoffice arbeiten können.“

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