Eine schlagkräftige Wohnungsbaugesellschaft für München

Foto: Lindemann

29. April 2021

Aus zwei wird eins: München bekommt eine einzige, zentrale städtische Wohnungsbaugesellschaft. Dafür werden die bisherigen Unternehmen GWG und GEWOFAG mit ihren Töchtergesellschaften MGS und Heimag zusammengelegt. Für die Münchner Mieterinnen und Mieter hat das den Vorteil, dass sie künftig nur mehr einen Ansprechpartner bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum haben. Die Rathauskoalition erhofft sich von der neuen Gesellschaft noch mehr Wohnungsbau und eine noch bessere Betreuung der Mietparteien. Der Stadtrat wird die Zusammenlegung am 5. Mai auf den Weg bringen.

Konstant hohe Mieten, teure Bau- und Grundstückspreise, steigende Klimaschutzanforderungen, starke Flächenkonkurrenz durch private Unternehmen – die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München und GEWOFAG Holding GmbH sowie ihre Tochtergesellschaften Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH (MGS) und Heimag München GmbH stehen vor großen Herausforderungen. Trotz schwieriger Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt sollen sie noch mehr günstigen Wohnraum schaffen, damit München für alle Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt.

Um dieser Aufgabe noch besser nachzukommen, sollen die Unternehmen in einer Gesellschaft zusammengeführt werden. Diese soll künftig 2000 Wohnungen im Jahr schaffen (jetzt: 1250), so das Ziel von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste. Die Koalition erhofft sich zudem eine Bündelung des Fachwissens, damit notwendige Energie- und Klimastandards noch besser umgesetzt werden, die Sanierungsquote im Bestand steigt sowie Inklusionsziele erfüllt und die Bestände effektiver bewirtschaftet werden. Gleichzeitig gibt es Einsparpotenziale durch den Abbau von Doppelstrukturen und weitergehende politische Eingriffsmöglichkeiten, um die Wohnbauziele zu erreichen. Bis spätestens Mitte 2022 soll ein endgültiges Konzept zur Zusammenführung vorliegen. Kündigungen sind dabei ausgeschlossen.

Insgesamt gibt es in München etwa 808.000 Wohnungen und Häuser, von denen etwa 2/3 in Privateigentum sind. Etwa 20 Prozent gehören Eigentümergemeinschaften und fünf Prozent Wohnungsunternehmen. Die GWG verfügt über zirka 30.000 Wohnungen und rund 700 Gewerbeeinheiten und betreut etwa 70.000 Mieterinnen und Mieter. Der GEWOFAG gehören etwa 37.000 Wohnungen mit zirka 80.000 Mieterinnen und Mieter. In München sollen jedes Jahr 8.500 neue Wohneinheiten entstehen, davon 4000 geförderte und preisgedämpfte Wohnungen.

Dazu sagt Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD):

„Wir bündeln jetzt alle Kräfte und das jeweils Beste aus zwei leistungsstarken Wohnungsgesellschaften in einem noch stärkeren Unternehmen. Die Mieterinnen und Mieter, die Wohnungssuchenden und nicht zuletzt die Beschäftigten werden am Ende davon profitieren. Ich werde mich persönlich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Zusammenlegung ein Erfolg und die neue Gesellschaft ein Garant für bezahlbares Wohnen in München wird.“

Und Anna Hanusch, Fraktionsvorsitzende von Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Die Stadt hat sich beim Wohnungsbau, auch durch ihre eigenen Gesellschaften, ehrgeizige Ziele gesetzt. Zur Erreichung der Klimaneutralität sind hohe Standards bei Neubauten umzusetzen und die Sanierungsquote im städtischen Wohnungsbestand zu erhöhen. Das ist eine Mammutaufgabe, für die wir alle vorhandenen Kompetenzen und die langjährige Expertise in den städtischen Wohnungsbaugesellschaften bündeln müssen.“

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