München bekommt Impf-Guides

18. Januar 2022

München startet eine neue Kampagne speziell für bisher Ungeimpfte: Medizin-Studierende werden zu Impf-Guides ausgebildet, die über Angebote aufklären und die Menschen für eine Corona-Impfung motivieren. Sie sollen vor allem in sozialen Einrichtungen, religiösen Gemeinschaften, Einkaufszentren und anderen Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, tätig sein. Darüber wird der Gesundheitsausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am Donnerstag, 20. Januar, entscheiden.

Impfen schützt: Auch SPD-Stadträtin Barbara Likus hat den Pieks gegen Corona schon drei Mal bekommen. Foto: privat
Impfen schützt: Auch SPD-Stadträtin Barbara Likus hat den Pieks gegen Corona schon drei Mal bekommen. Foto: privat

Die große Impfkampagne der Stadt München läuft seit Mai 2021. Neben Impfungen im Impfzentrum und den Außenstellen gibt es täglich dezentrale Aktionen – in Einkaufszentren, an Schulen oder in Gemeinschaftsunterkünften. Vor allem die belasteten Stadtteile, in denen die Impfquoten niedriger sind, stehen hier im Fokus. Fast 76 Prozent der impffähigen Münchner*innen sind mindestens einmal geimpft, 72 Prozent doppelt und 38 Prozent haben bereits ihren Booster erhalten. Es ist also noch Luft nach oben.

Das Gesundheitsreferat verstärkt daher nun seine Anstrengungen: Künftig sollen Studierende der Medizin zu Impf-Guides ausgebildet werden. Sie werben als Multiplikator*innen in den Stadtvierteln für die Impfung, klären auf und beantworten Fragen. Als Vorbild dient hier Bremen, wo Impf-Guides schon seit längerem in Stadtteilen mit hohen Herausforderungen unterwegs sind. Um die Impfbereitschaft weiter zu erhöhen, verteilt die Stadt München zudem künftig mehrsprachige Postwurfsendungen.

Dazu sagt SPD-Stadträtin Barbara Likus:

„Die zentralen Impfangebote der Stadt haben wesentlich dazu beigetragen, dass die weit überwiegende Mehrheit in München eine Impfung hat. Dazu kamen die dezentralen Angebote durch Hausarztpraxen. Aber wir wollen mehr: Wir wollen die bisher ungeimpften Personen ansprechen, denen der Weg nach Riem oder in die Innenstadt zu weit ist und die auch keine ärztliche Ansprechperson haben, die ihnen die Impfung proaktiv anbietet. Deswegen wollen wir Impfscouts in den Stadtbezirken. Die Mehrheit der Ungeimpften braucht nur ein niedrigschwelliges Angebot, es ist eine kleine Minderheit, die auf Spaziergängen gemeinsam mit Nazis unterwegs ist.“

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