Nächtliches Feiern und Anwohner*innen-Interessen in Einklang bringen

22. Juni 2021

Nächtliche Exzesse wie an den vergangenen Wochenenden in und um die Türkenstraße sind nicht tragbar: Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat setzt sich daher für einen Ausgleich von Anwohner/innen und dem Feierbedürfnis von jungen Menschen ein. Sofortmaßnahmen wie die Sperrung der Ludwigstraße am Wochenende sollen helfen, die Situation zu beruhigen und gleichzeitig Alternativen zu schaffen. Das fordert die Fraktion in einem gemeinsamen Antrag mit dem Koalitionspartner.

Von Siegestor bis zum Odeonsplatz soll die Ludwigstraße am Wochenende für Autos gesperrt sein. Foto: pixabay
Von Siegestor bis zum Odeonsplatz soll die Ludwigstraße am Wochenende für Autos gesperrt sein. Foto: pixabay

SPD/Volt stellt sich eine Sperrung der Ludwigstraße von Freitag, 22 Uhr, bis Sonntag, 2 Uhr, zwischen Siegestor (Ohmstraße) und Odeonsplatz für den Autoverkehr vor. Gleichzeitig soll die Stadtverwaltung prüfen, ob diese Fläche bei größerem Andrang auch auf die Leopoldstraße bis hin zur Franz-Joseph-Straße ausgeweitet werden kann oder ob dem Anwohner/innen-Interessen entgegenstehen. Im abgesperrten Bereich müssen Toiletten und zusätzlich Mülleimer aufgestellt werden.

An einschlägigen Hotspots wie der Türkenstraße stellt sich SPD/Volt ein Glasflaschenverbot sowie ein Verbot von To-Go-Getränken ab 20 Uhr und ein Verbot von großen Musikboxen vor. Die coronabedingten Alkoholverbote am Gärtnerplatz und Wedekindplatz entfallen. Damit junge Menschen auch andere Orte zum Feiern haben, sollten Bars und Clubs wieder geöffnet werden, wenn das Pandemiegeschehen es erlaubt. Der Freistaat hat sich bei diesem Thema bisher leider nicht bewegt, in Österreich hingegen finden Öffnungen mit Hygienekonzepten statt.

Gleichzeitig bittet SPD/Volt die Stadtverwaltung, langfristige Konzepte zu entwickeln, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen Perspektiven zum Feiern auch unter Pandemie-Bedingungen zu ermöglichen und dabei die jungen Münchner*innen in den Prozess eng einzubeziehen. Vorstellbar ist die Entwicklung von Konzepten mit Clubbetreiber/innen oder die Schaffung von dauerhaften Aufenthaltsorten ohne Konsumzwang.

Dazu sagt Lars Mentrup, SPD-Stadtrat aus Schwabing:

„Nach dem Lockdown feiern die Menschen das Leben. Pure Verbote helfen uns nicht weiter. Deshalb: agieren statt reagieren. Wir machen die Ludwigstraße am Wochenende autofrei – eine Idee, die uns vom Corso Leopold und Streetlife kam. Wir schaffen Freiraum und entlasten die Anwohner/innen an der Türkenstraße und der Maxvorstadt. Und wir minimieren die Gefahr, die von Autoposern und -rennen ausgeht. Wir machen unsere Stadt lebenswerter – für alle, die das Leben lieben.“

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