Rathauskoalition fordert Aufklärung über Halle 23 im Kreativlabor

Foto: Susie Knoll

21. Januar 2022

Das Zentrum für interdisziplinäre Raum- und Kulturarbeit (Zirka) hat Anfang des Jahres die Halle 23 im Kreativlabor bezogen – ohne vorherige Information des Münchner Stadtrats und der zuständigen Bezirksausschüsse. Die Fraktionen von SPD/Volt und Die Grünen-Rosa Liste fordern das Wirtschaftsreferat daher in einer heute gestellten Anfrage auf, den Vergabeprozess transparent darzustellen.

Ursprünglich war in der Halle 23 eine Nutzung für kulturelle Bildung mit preisgünstigen Mieten für Jugendliche, für Künstler:innen und mit kommerzfreien Räumen geplant. Nun entstehen dort aber auch Gastronomie und andere kommerzielle Bereiche. SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste wollen jetzt in einer Anfrage wissen, welche Bewerber:innen es für die Halle 23 gab und mit wie vielen von ihnen über eine Nutzung verhandelt wurde.

Das Wirtschaftsreferat soll zudem darstellen, aus welchen Gründen es nicht die gesamte Fläche von 3800 Quadratmetern vermietet hat, sondern lediglich 2000 Quadratmeter, und ob es diese Option auch anderen Bewerber:innen angeboten hat. Wie gestalten sich die Mietpreise für die Halle 23 und ist eine Mietreduzierung in der Startphase beabsichtigt? Warum wurden die Bezirksausschüsse 4 (Schwabing West) und 9 (Neuhausen – Nymphenburg) nicht einbezogen?

Dazu sagt Kathrin Abele, stellvertretende Vorsitzende der SPD/Volt-Fraktion:

„Wir haben den Eindruck, dass der Vergabeprozess transparenter ablaufen hätte können. Das Wirtschaftsreferat hat die Halle 23 ohne Rücksprache mit dem Stadtrat und den Bezirksausschüssen vergeben und eigenmächtig die Mietfläche fast halbiert und damit auch die Pachteinnahmen. Wir erwarten Aufklärung. Das Kreativlabor ist so wichtig für die Münchner Kulturszene. Es soll kein Verdacht aufkommen, dass die Kulturschaffenden nicht gleichbehandelt worden wären.“

Und Mona Fuchs, stellvertretende Vorsitzende von Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Es ist ein Rätsel, wieso das Wirtschaftsreferat eine Nutzung für soziokulturelle Zwecke zunächst mit zu hohen Mieten unmöglich macht, dann aber kommerziellen Nutzern günstigere Bedingungen anbietet, die auch für nicht kommerzielle Bewerber interessant gewesen wären. Dazu erwarten wir Aufklärung!“

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