Regional. Saisonal. Bio. Und weniger Abfall – Ernährungswende in den Münchner Pflegeheimen vorantreiben

Die stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende Anne Hübner
Foto: Susie Knoll

25. Februar 2020

Die SPD im Rathaus fordert einen groß angelegten, einjährigen Modellversuch: In zehn Münchner Alten- und Pflegeheimen soll regionales, saisonales und ökologisches Essen angeboten werden. Fleisch soll ausschließlich aus artgerechter Tierhaltung bezogen, Nahrungsmittelabfälle soweit irgend möglich reduziert werden.

Einen entsprechenden Antrag stellte die Fraktion heute.

Dazu sagt die stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende Anne Hübner:

„Ich wünsche mir, dass die Seniorinnen und Senioren in den Münchner Pflegeheimen besser essen können. Attraktive Speisepläne, gute Zutaten und auch mal die Erfüllung des einen oder anderen Sonderwunsches sollen möglich werden. Die Pflegekassen sehen das bisher so nicht vor, aber wir wollen damit beginnen und gleichzeitig die Natur schonen und die heimische Landwirtschaft stärken. Fleisch soll ausschließlich aus artgerechter Tierhaltung bezogen, Nahrungsmittelabfälle soweit irgend möglich reduziert werden. Da dies natürlich auch eine Kostenfrage ist, wollen wir einen Modellversuch ermöglichen, um zu zeigen, dass es klappen kann und welche Vorteile es bietet.

In den Münchner Pflegeheimen leben rund 7.500 Seniorinnen und Senioren. Schon heute achten einzelne Träger, vor allem die MÜNCHENSTIFT, auf den Einsatz biologischer Lebensmittel. Die von den Pflegekassen auf rund 5,50 Euro pro Tag und Person gedeckelten Tagessätze für Lebensmittel lassen jedoch einen durchgehenden Einsatz ökologisch und regional produzierter Nahrungsmittel nicht zu. Wir wollen, dass die Stadt prüft, wie sie Senioreneinrichtungen entsprechend bezuschussen kann, um den Bezug ökologisch und regional produzierter Lebensmittel zu ermöglichen. Und nicht nur das: Die Träger sollen im Rahmen des Modellprojekts in die Lage versetzt werden, eine Köchin oder einen Koch tariflich so zu bezahlen, dass auch die Konzeption neuer Speisepläne mit attraktiven vegetarischen Gerichten möglich wird.

Die Stadt soll das modellweise ermöglichen, sodass in der Konsequenz auch die Pflegekassen überzeugt werden können, dass ein oder zwei Euro mehr am Tag den Unterschied machen können.“

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