SPD fordert: 31 Bäume im Gedenken an Opfer rechtsradikaler Morde pflanzen

SPD-Stadtrat Marian Offman
Foto: Christian Pfaffinger

08. Oktober 2019

Die SPD-Stadtratsfraktion beantragt, in den Grünanlagen an der Isar in einem Hain 31 Bäume im Gedenken an 31 von Neonazis ermordete Opfer zu pflanzen.

Im September 2019 wurde ein Gedenkbaum für Enver Simsek in Zwickau gepflanzt. Simsek war 2000 in Nürnberg das erste Opfer des mörderischen sogenannten „NSU“. Am Tag der Deutschen Einheit wurde der Baum abgesägt. Der Baum sollte ein Symbol für das Weiterleben sein und den Angehörigen der Opfer Trost spenden. Das Absägen ist ein symbolischer Akt nicht zu überbietender Menschenverachtung. Er könnte als Rechtfertigung der Mordtaten des „NSU“ verstanden werden.

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert, dass München auf die Vorgänge in Zwickau reagiert. Sie beantragt heute, in den Grünanlagen an der Isar in einem Hain 31 Bäume im Gedenken an 31 von Neonazis ermordete Opfer zu pflanzen. Dies sind die Opfer des Oktoberfestattentats von 1980, der Morde des sogenannten „NSU“ und der Morde im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Jahr 2016. Auf einem Hinweisschild sollen die Namen der Opfer stehen.

Die Stadtverwaltung wird im Antrag zudem beauftragt zu prüfen, ob weitere Münchnerinnen und Münchner, zum Beispiel auch andernorts, Opfer rechtsradikaler Mörder wurden. Der Hain ist dann entsprechend zu erweitern.

Dazu sagt SPD-Stadtrat Marian Offman, Initiator des Antrags:

„Das Absägen eines kleinen Baumes ist traurig, aber sicherlich keine Nachricht für die Medien. Wenn ein Baum aber als ein Symbol des Gedenkens an einen ermordeten Menschen gepflanzt wurde, und dieser abgesägt wird, dann ist dies ein Akt, der eine weitere Vernichtung des Ermordeten symbolisieren soll. Zudem könnte diese Tat als Rechtfertigung des Mordes durch den ,NSU‘ verstanden werden. Die Brandstifter der selbst ernannten alternativen Partei haben den Boden für diese menschenverachtende Symbolik bereitet.

Unseres Erachtens muss auf einen solchen Vorgang sichtbar reagiert werden. Wir beantragen deshalb, für die vom sogenannten ,NSU‘ Ermordeten, aber auch für weitere von Rechtsradikalen getöteten Menschen mit München-Bezug einen kleinen Hain mit etwa 31 Bäumen zu errichten. Dies schulden wir unserem Selbstverständnis als vormalige ,Hauptstadt der Bewegung‘ und den Hinterbliebenen der Opfer. Immerhin hat München alleine durch das Oktoberfestattentat und durch das Attentat am OEZ durch rechtsradikale Hand mehr als 20 Menschen zu beklagen.

Die Bäume werden wachsen und leben und unsere Luft reinigen und den Hinterbliebenen der Opfer Trost spenden.“

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