SPD-Initiative: Betroffenen von Sexualstraftaten helfen

SPD-Stadträtin Bettina Messinger, Fachsprecherin für Gleichstellung und Frauen

09. April 2019

Die SPD-Stadtratsfraktion will von Sexualstraftaten betroffenen Frauen helfen und in diesem Bereich Versorgungslücken schließen. Hierzu hat die Fraktion heute einen Antrag eingebracht, in dem sie fordert, dass Vergewaltigungsopfer in den großen Münchner Akutkrankenhäusern schnell untersucht werden.

Dabei soll stets eine kostenlose Beweissicherung erfolgen. Eine Anschlussbegleitung soll sichergestellt werden. Auch eine Förderung der Beweissicherung durch das Bundesland – hierfür gibt es ein Modell in Niedersachsen – soll geprüft werden.

Dazu sagt SPD-Stadträtin Bettina Messinger, Fachsprecherin für Gleichstellung und Frauen:

„Opfer von Vergewaltigungen sind traumatisiert. Tritte, Schläge, eine Vergewaltigung – oft ist die betroffene Frau nicht sofort bereit, zur Polizei zu gehen. Damit eventuelle Beweise aber nicht verloren gehen, müssen die Betroffenen untersucht und die Beweise gesichert werden. Dabei ist es in der Vergangenheit in München passiert, dass Vergewaltigungsopfer in eine andere Klinik verwiesen wurden. Das darf nicht vorkommen!

Wir fordern deshalb, dass in allen großen Münchner Akutkrankenhäusern eine kostenlose Untersuchung und Beweissicherung für Opfer von Vergewaltigungen sichergestellt wird. Auch danach dürfen die Betroffenen nicht alleine gelassen werden, eine Begleitung muss gewährleistet sein. Hierzu bietet es sich an, die Beratungsstelle Frauennotruf München einzubeziehen.

In Niedersachsen gibt es das Modell ,Pro Beweis‘, das vom rechtsmedizinischen Institut der Medizinischen Hochschule Hannover koordiniert und vom Land gefördert wird. Die Untersuchungen finden in der Regel in Partnerkliniken statt, wo Ärztinnen und Ärzte entsprechend geschult und mit geeigneten Materialien, wie beispielsweise DNA-freien Tüten und geeigneten Fragebögen, ausgestattet werden. Wir wollen, dass sich die Stadt München an den Freistaat wendet und fragt, inwieweit ein ähnliches Projekt auch in Bayern initiiert und umgesetzt werden könnte.“

Den entsprechenden Antrag finden Sie hier.

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