SPD/Volt legt Millionenfonds zur Bekämpfung der Coronafolgen auf

26. Juli 2021

Hilfe für junge Menschen, Armutsbekämpfung, Unterstützung im Alter, kulturelle und sportliche Angebote für alle Münchnerinnen und Münchner: Mit einem 7,5 Millionen Euro umfassenden Fonds will die SPD/Volt-Fraktion die sozialen Folgen der Corona-Pandemie in München bekämpfen. Denn die Gesundheitskrise soll trotz der angespannten öffentlichen Finanzlage nicht zu einer sozialen Krise werden.

Kämpfen gegen die sozialen Folgen der Pandemie: die SPD-Stadtratsmitglieder Christian Köning und Anne Hübner mit Christian Boenisch (ASB München) und Pflegedienstleiter Marko Bonic von Wohnen im Viertel.  Foto: Melanie Staudinger, SPD/Volt
Kämpfen gegen die sozialen Folgen der Pandemie: die SPD-Stadtratsmitglieder Christian Köning und Anne Hübner mit Christian Boenisch (ASB München) und Pflegedienstleiter Marko Bonic von Wohnen im Viertel. Foto: Melanie Staudinger, SPD/Volt

Kinder und Jugendliche tun sich schwer mit der Rückkehr in einen geregelten Schulalltag. Trotz großzügiger Unterstützungsangebote sind mehr und vor allem junge Menschen und Soloselbständige in die Schuldenfalle gerutscht. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, noch immer sind viele Münchnerinnen und Münchner in Kurzarbeit. Viele Seniorinnen und Senioren leben nun noch isolierter als vor Corona. Die Pandemie darf aus Sicht der SPD/Volt-Fraktion nicht zu einer Spaltung der Münchner Gesellschaft führen, die sich immer durch große Solidarität und einen starken Zusammenhalt ausgezeichnet hat. Genau hier soll der jetzt beantragte Pandemiefolgen-Fonds helfen.

Anne Hübner, Vorsitzende der SPD/Volt-Stadtratsfraktion, sagt:

„Nach schweren eineinhalb Corona-Jahren möchten wir, dass alle Menschen die Chance bekommen, die Folgen der Krise gut zu überwinden. Insbesondere ältere Menschen wollen wir aus der Einsamkeit holen. Dazu bauen wir Angebote in den Alten- und Service-Zentren aus und etablieren Nachbarschaftstreffs an 15 Standorten im Stadtgebiet. Sport und Kultur bieten die Möglichkeit zu Gemeinschaft und Lebensfreude, die wir so lange vermisst haben. Auch hier investieren wir noch einmal einen Millionenbetrag, um Angebote zu schaffen, die trotz Pandemie funktionieren und glücklich machen.“

Mit den 7,5 Millionen Euro will SPD/Volt auf die Notlagen der Münchnerinnen und Münchner reagieren. Besonders wichtig ist dabei eine stärkere individuelle Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, aber auch die Schaffung von kostenfreien oder gut bezahlbaren Freizeitangeboten für Menschen aller Altersgruppen. Den Ausbau der Schuldnerberatungsstellen hält SPD/Volt für unverzichtbar, um aus akuten Notlagen keine dauerhaften zu machen. Auch die psychosozialen Folgen der Pandemie, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei älteren Menschen, müssen bekämpft werden.

Und Christian Köning, finanzpolitischer Sprecher, sagt:

„Die sozialen und psychischen Auswirkungen der Pandemie gerade für Kinder, Jugendliche, Senioren und viele Arbeitnehmer/innen sind in ihrem tatsächlichen Ausmaß noch nicht absehbar. Die Corona-Folgen dürfen aber nicht zu einer sozialen Krise werden. Deswegen investiert unsere Fraktion gezielt und mit Augenmaß bereits jetzt – obwohl sich der städtische Haushalt in einer angespannten Situation befindet. Wir müssen alles in Bewegung setzen, um unser starkes soziales Netz in München bestmöglich zu wappnen.“

Unter anderem plant die SPD/Volt-Fraktion, folgende Projekte aus dem Fonds zu unterstützen:

  • Wohnen im Viertel – Wohnortnahe Pflege im Viertel: Die Pflegebedürftigen leben in der eigenen Wohnung und werden von einem nahegelegenen Stützpunkt aus versorgt. Die Standorte brauchen mehr Personal, damit sie auch als Nachbarschaftstreff für selbstständige Seniorinnen und Senioren dienen können. Denn Pflegekräfte können neben der Pflege nicht auch noch Mittagessen kochen oder Freizeitangebote gestalten. Deshalb soll jeder der 14 Standorte eine halbe Stelle Sozialpädagogik bekommen. Der ASB betreibt in Kooperation mit der Gewofag sieben Standorte und trägt maßgeblich dazu bei, älteren Menschen wohnortnahe Angebote machen zu können. Kosten: 550.000 Euro.

  • SAVE – Seniorinnen und Senioren aufsuchen im Viertel durch Experten: Das Streetwork-Projekt für Ältere ist an Alten- und Service-Zentren angeschlossen und läuft aktuell an vier Standorten. Es soll in fünf weiteren ASZ Anfang 2022 starten. Die Streetworkerinnen und Streetworker kennen sich in ihren Vierteln aus und erreichen vor allem die Seniorinnen und Senioren, die Hilfe benötigen, diese aber nicht von selbst suchen. Das aktuelle Modellprojekt zeigt, dass die Experten ältere Menschen durch Gespräche über einen längeren Zeitpunkt überzeugen können, benötigte Hilfe, etwa Arztbesuche oder warmes Mittagessen auch anzunehmen. Zusätzliche Kosten: 200.000 Euro.

  • Ausbau der Schuldnerberatungen: Vor allem junge Menschen und Soloselbständige haben sich während der Pandemie verschuldet. Bei den einen ist der Nebenjob weggebrochen, bei anderen die komplette Existenz. Dies hat zu deutlich verlängerten Wartezeiten bei den Beratungsstellen geführt. Diese sollen deshalb erneut mehr Personal bekommen. Kosten: bis zu 350.000 Euro.

  • Pontis – Lotsenprojekt Hasenbergl: Das befristete Projekt holt vor allem Menschen mit Migrationshintergrund in das soziale Hilfssystem und unterstützt sie bei Behördengängen. Es wäre eigentlich 2021 ausgelaufen, soll nun aber unbefristet verlängert werden. Kosten: 125.000 Euro

  • Der neue Seniorentreff der Israelischen Kultusgemeinde (IKG) im Prinz-Eugen-Park soll 2022 mit ausreichend Personal eröffnen können. Er wird Seniorinnen und Senioren als Begegnungsstätte dienen, denn das ASZ im Neubaugebiet wird erst später eröffnen. In direkter Nachbarschaft entsteht zudem ein neues „Wohnen im Viertel“. Kosten: bis zu 250.000 Euro.

  • Mini-München: Das Ferienangebot, das zehntausende Münchner Kinder besucht haben und noch immer gerne besuchen, wird dauerhaft gesichert und kann weiter alle zwei Jahre stattfinden. Kosten: 720.000 Euro.

  • Zudem werden der neue Nachbarschaftstreff JoMa in der Au und die Beratungsstelle Wohnen und Existenzsicherung für Familien des Evangelischen Hilfswerks mit insgesamt bis zu 200.000 Euro unterstützt. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgezogen (500.000 Euro), das Familienzentrum in der Nordhaide finanziert (530.000 Euro) und die digitale Bürgerbeteiligung vorangetrieben (300.000 Euro).

  • In den Kulturbereich sollen 1,5 Millionen Euro fließen. Wir wollen die Freie Szene unterstützen und ein großes Festival ausrichten, wenn die Pandemie vorbei ist und solche Veranstaltungen wieder zulässig sind. Von diesem Fest profitiert nicht nur die die Kultur- und Kreativwirtschaft, sondern die gesamte Stadtgesellschaft.

  • Für den Sport hat die SPD/Volt-Fraktion 500.000 Euro vorgesehen. Dieses Geld unter anderem Sportvereine dabei unterstützen sollen, zusätzliche Angebote bereitzustellen – vor allem Schwimmkurse und attraktive Outdooraktivitäten in Trendsportarten für Kinder und Jugendliche.

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