Städtische Software auf dem Weg zu Open-Source-Produkten

Lars Mentrup. Foto: Susie Knoll

24. Oktober 2020

Die Förderung von Open Source-Anwendungen bei der Stadt ist das Ziel eines vierteiligen Antragspakets der Fraktionen SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste.

Neue Software für die Stadtverwaltung soll zukünftig möglichst als Open-Source-Produkt entwickelt werden. Das IT-Referat wird in einem entsprechenden Antrag aufgefordert, dem Stadtrat fünf Projekte vorzuschlagen, die kurzfristig als Open Source Projekt realisiert werden. In der zweiten Stufe soll ab dem 4. Quartal 2021 neue Individualsoftware grundsätzlich auf der Basis von Open Source entwickelt werden. Dies bedeutet auch: Der Quellcode wird veröffentlicht, und nach festzulegenden Regeln sind auch externe Beiträge möglich. Das IT-Referat soll außerdem Schulungen in der Entwicklung von Open Source-Software anbieten – je nach Anwendungsbereich auf Windows, Linux oder anderen Betriebssystemen.

Die weiteren Anträge zur Förderung von Open Source-Anträgen sehen vor:

  • Die Einrichtung eines IT-Dashboards, an dem sich ablesen lässt, welche Software bei der Landeshauptstadt München und ihren Eigenbetrieben eingesetzt wird. So wird deutlich, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Open-Source-Software eingesetzt wird und wo dies perspektivisch geplant ist.

  • Die Schaffung eines Open-Source-Hub, in dem Beschäftigte der Stadt und engagierte Externe unbürokratisch und unkonventionell miteinander an Open-Source-Lösungen für die Landeshauptstadt arbeiten können.

  • Die Einführung eines Munich Open Source Sabbaticals, um das sich qualifizierte Programmierer*innen bewerben können, die für eine bestimmte Zeit an Open Source-Projekten arbeiten wollen. Das Sabbatical soll in attraktiver Höhe kompensiert und international ausgeschrieben werden, wobei besonderes Interesse an Bewerbungen von Frauen in die Ausschreibung aufzunehmen ist.

Dazu sagt Lars Mentrup, IT-Sprecher der SPD/Volt-Fraktion:

„Wir streben digitale Souveränität an. Mit unserem Antragspaket machen wir einen großen Schritt Richtung freier Software in unserer Stadt. Wir befreien uns in Teilen davon, von einzelnen Anbietern abhängig zu sein. Dafür schaffen wir eine feste Einheit in der Stadt – den Open Source Hub. Mit unserem einzigartigen Munich Open Source Sabbatical ermöglichen wir Programmiererinnen und Programmierern sich ganz einem Open Source Projekt zu widmen, das der Stadt und dem Allgemeinwohl dient!“

Und Grünen-Stadträtin Judith Greif sagt:

„Mit diesem Antragspaket kommen wir dem Ziel, bei der Stadt Schritt für Schritt Open Source-Anwendungen einzuführen, ein gutes Stück näher. Open Source vermeidet Kosten, die durch die monopolartige Stellung mancher Software-Anbieter entstehen, und macht gleichzeitig das Know-How eines großen Potentials von versierten Programmierern und Programmiererinnen für die Stadt nutzbar. Ausdrücklich wollen wir die Open Source-Community ermutigen, an den Software-Projekten der Landeshauptstadt München mitzuwirken.“

Teilen