U-Bahn-Takte und Betriebszeit: SPD fordert umsetzbare Vorschläge vom Wirtschaftsreferat

SPD-Stadtrat Jens Röver, stellv. verkehrspolitischer Sprecher

18. Juni 2019

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert in der Debatte um einen U-Bahn-Fahrbetrieb rund um die Uhr konkrete Aussagen zu den nötigen Voraussetzungen. Nach bisher geäußerten abstrakten Wünschen brauche es nun dringend umsetzbare Vorschläge aus dem zuständigen Referat für Arbeit und Wirtschaft.

Einen entsprechenden Antrag (siehe hier) stellt die Rathaus-SPD heute.

Dazu sagt SPD-Stadtrat Jens Röver, stellv. verkehrspolitischer Sprecher:

„Die CSU stellt die Weichen auf Populismus und die Grünen hängen ihren Wagen dankend dran – bloß über den Fahrplan will niemand nachdenken. Gerade die CSU, die das Betreuungsreferat der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) führt, muss sich dabei schon fragen lassen, ob man überhaupt mitbekommt, was dort gearbeitet wird.

Erstens: Das Ziel, ganztags einen Fünf-Minuten-Takt sowie in der Hauptverkehrszeit einen Zwei-Minuten-Takt zu erreichen, gibt es dort bereits – der zuständige Referent soll bitte darlegen, wie es darum steht.

Zweitens: Ein U-Bahn-Betrieb rund um die Uhr klingt gut und ist erst einmal leicht gefordert. Aber so zu tun, als sei das schon bald möglich, ist einfach unehrlich. Zum einen hieß es bisher, dass ein Einsatz rund um die Uhr betriebstechnisch – wegen notwendiger Überprüfung und Wartung – gar nicht möglich sei. Und zum anderen wird der Referent für Arbeit und Wirtschaft eine Freude haben, darzulegen, was technisch, personell und finanziell notwendig wäre, um einen 24-Stunden-Betrieb zu stemmen – und auch, wie er sicherstellen will, dass die Zulassung neuer Züge, die man natürlich bräuchte, durch die Regierung von Oberbayern schneller geht. Es ist schon paradox, dass der Vorschlag zur Ausweitung nun von denjenigen kommt, die vor wenigen Wochen noch davor gewarnt haben, das U-Bahnnetz sei marode und werde kollabieren. Und jetzt sollen die Züge und Fahrer, die tagsüber fehlen, auch noch in der Nacht fahren? Das ist einfach nur Täuschung.

Drittens: Was ist mit der S-Bahn? Die Stammstrecke ist eine Hauptader des öffentlichen Nahverkehrs in München und gerade wenn man von SchichtarbeiterInnen spricht, muss man an Umlandverbindungen denken. Es bringt dann nichts, wenn die U-Bahn fährt, aber die S-Bahn nicht. Also wäre es auch interessant zu wissen, welche Gespräche der Wirtschaftsreferent bereits mit der S-Bahn München hinsichtlich einer Ausweitung geführt hat oder führen wird.

Die SPD treibt den Ausbau des ÖPNV voran, dazu gehören dichtere Takte und eine starke Erweiterung des Angebots – gerade in dieser Stadtratsperiode seit 2014 haben wir Tempo und Umfang der Ausweitung nochmals massiv erhöht. Wir müssen alles unternehmen, um für die Münchnerinnen und Münchner das bestmögliche ÖPNV-Angebot zu schaffen. Wir müssen dabei aber auch ehrlich sein und versprechen, was wir auch halten können.“

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