Verkehrswende in allen Stadtvierteln Münchens vorantreiben

Foto: Lindemann

22. November 2020

Die Umgestaltung des Tals bis zum Sommer 2021, eine autoreduzierte Altstadt bis 2025, weniger Parkplätze an der Oberfläche, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer: Die Pläne für die Verkehrswende im Herzen Münchens sind weit vorangekommen, seitdem Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) seinen Masterplan im Sommer 2018 vorgestellt hat. Doch nachhaltige Mobilität muss in jedem Stadtviertel gut geplant und vorbereitet sein. Deshalb fordert die SPD/Volt-Fraktion im Stadtrat lokale Verkehrskonzepte in allen Stadtbezirken.

Der Münchner Norden wird durch Schnellbusse und Radschnellwege vom Autoverkehr entlastet. In der Parkstadt Schwabing hilft ein Mobilitätskonzept mit den ansässigen Firmen, den Parkdruck zu mildern und die Wohnstraße vom Dauerverkehr zu befreien. Und auch im Süden haben sich Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln auf den Weg gemacht: Der motorisierte Verkehr bleibt leistungsfähig, aber gleichzeitig wird durch den Ausbau von Rad- und Gehwegen sowie einer besseren Beschilderung der Umstieg auf alternative Fortbewegungsarten erleichtert.

So wegweisend diese lokalen Verkehrskonzepte sind: Es gibt sie bisher leider nicht flächendeckend, obwohl örtliche Politiker und Initiativen das immer wieder gefordert haben. Nach Ansicht von SPD/Volt und Die Grünen – Rosa Liste soll sich das bis 2024 ändern. Das neue Mobilitätsreferat wird gebeten, bis dahin in allen Stadtbezirken Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Wichtig ist SPD/Volt dabei, dass nicht nur die Bezirksausschüsse, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger eng in diesen Prozess eingebunden sind. Denn Initiativen, Vereine und Verbände sowie örtliche Politiker kennen die Situation am besten.

Der Schwerpunkt der Konzepte soll nach Ansicht der Rathauskoalition auf der Nahmobilität liegen. Wohnstraßen sollen dort, wo es nötig ist, entlastet werden. Der Bau neuer Straßen soll mit Ausnahme von Neubaugebieten grundsätzlich ausgeschlossen sein. Statt auf den Individualverkehr zu setzen, haben umweltfreundliche Fortbewegungsarten Vorrang, also die Nutzung von Fuß- und Radwegen sowie des öffentlichen Nahverkehrs. Unabhängig davon geht die Umsetzung des Radentscheids wie beschlossen weiter.

Dazu sagt Christian Müller, Vorsitzender der SPD/Volt-Fraktion:

„Bis zum Jahr 2024 bleibt genügend Zeit, um fundierte und tiefgreifende Verkehrskonzepte zu entwickeln. Gleichzeitig können kleinere Einzelmaßnahmen und Verkehrsversuche gemacht, mit den Münchnerinnen und Münchnern vor Ort erprobt und direkt evaluiert werden. So werden alle Stadtbezirke mit ihren Bürgerinnen und Bürger in die entsprechenden Diskussionen einbezogen. Das erhöht die Akzeptanz der Verkehrswende aus unserer Sicht enorm.“

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