Vermieter ohne Anstand: Rathaus-SPD protestiert gegen GBW-Plan

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl

06. November 2018

Erst Entmietungsprämie, jetzt Sorglos-Sanierung: Am Beispiel der Nimmerfallstraße zeigt sich, wie verantwortungslos das Wohnungsunternehmen GBW handelt. Nun droht Mieterinnen und Mietern die Wohnungslosigkeit. Die Rathaus-SPD protestiert.

Eine stadtweite Berühmtheit ist sie schon, die Wohnanlage der GBW in der Nimmerfallstraße in Pasing-Obermenzing – eine traurige Berühmtheit. Seit Jahren bereits fürchten die Mieterinnen und Mieter dort um ihre Zukunft. Jetzt stehen sie vor der Wohnungslosigkeit.

Die GBW hat angekündigt, die Anlage mit 75 Einheiten zu sanieren, ohne den BewohnerInnen eine Alternative anzubieten. Da diese einerseits auf dem Münchner Wohnungsmarkt nahezu chancenlos sind, andererseits nicht innerhalb kurzer Zeit mit einer Sozialwohnung versorgt werden können, droht ihnen die Wohnungslosigkeit.

Die SPD-Stadtratsfraktion ist empört über dieses verantwortungslose und unanständige Vorgehen und protestiert: Die GBW besitzt in München mehrere tausend Wohnungen – sie muss bei einem Sanierungsprojekt in diesem Umfang, mit diesem zeitlichen Vorlauf und bei dieser Mieterstruktur ein Mindestmaß an sozialer Verantwortung zeigen und für ein Angebot für die Mieterinnen und Mieter sorgen.

Dazu sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl:

„Letztes Jahr sorgte die GBW mit einem unmoralischen Angebot für einen Skandal: Ein Kaufangebot der Stadt für die Wohnungen in der Nimmerfallstraße konterte die GBW mit dem Vorschlag, das Haus für drei Millionen Euro mehr innerhalb von zwei Jahren komplett zu entmieten. Eine Sauerei, die wir entstetzt abgelehnt haben.

Zuvor hatte die Stadt das völlig überteuerte Angebot der GBW für 25 Millionen Euro abgelehnt und 18 Millionen Euro angeboten – einen Preis, der immer noch über dem Verkehrswert lag, den die Stadt aber zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums gezahlt hätte. Die GBW wollte lieber den Profit maximieren und einen privaten Käufer finden. Das hat sie offensichtlich nicht geschafft und legt jetzt selbst los: Auf die Entmietungsprämie folgt die Sorglos-Sanierung.

Die GBW hat den Mieterinnen und Mietern angekündigt, dass sie bald ausziehen müssen, ohne Alternative – und das, obwohl die GBW allein in München über mehrere Tausend Wohnungen verfügt. Das ist einfach unanständig. Andere Vermieter, etwa die Bayerische Hausbau bei der geplanten Sanierung des Arabellahochhauses mit Interimsangeboten für die Bewohnerinnen und Bewohner, zeigen, dass soziale Verantwortung zum Selbstverständnis eines anständigen Vermieters gehört. Wir fordern die GBW auf, ihren skandalösen Kurs zu korrigieren.“

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