Rathaus-SPD fordert erneut Drogenkonsumräume

06. Juni 2018

Die SPD-Stadtratsfraktion hat sich in bereits mehrmals für Drogenkonsumräume ausgesprochen. Die CSU-Staatsministerin stellt sich dagegen. Ein Statement von SPD-Stadtrat Dr. Ingo Mittermaier

Drogenkonsumräume – in diesen Einrichtungen wird es schwer suchtkranken Menschen gestattet, unter Aufsicht zu konsumieren. Dies ermöglicht, in medizinischen Notfällen zu reagieren und in einem geschützten Raum Hilfsangebote zu stellen. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat Drogenkonsumräume nun kategorisch abgelegt.

Diese Haltung kritisiert der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Ingo Mittermaier:

„Die SPD-Stadtratsfraktion setzt sich weiterhin dafür ein, Drogenkonsumräume zu schaffen. Wir haben diese bereits mehrmals gefordert, zuletzt im Juli 2017. Konsumräume sind für schwer drogenabhängige Menschen ein kontrolliertes Umfeld und ein Hilfsangebot. Durch sie können Todesfälle durch Drogenkonsum möglicherweise verhindert werden. Bei vielen Drogentoten war es so, dass sie Drogen in ihrer eigenen Wohnung genommen haben. Als die Wirkung lebensgefährlich wurde, die Atmung aussetzte, war niemand da, der es bemerken und ihnen helfen konnte. Drogenkonsumräume können bei Schwerstabhängigen Leben retten.

Dass die CSU im Münchner Stadtrat der SPD-Forderung nach Drogenkonsumräumen nun gefolgt ist, begrüßen wir. Dass die zuständige CSU-Staatsministerin den Vorschlag hingegen abschmettert, ohne überhaupt eine Diskussion zuzulassen, ist bedauerlich und falsch. Es ist absurd, wenn die Staatsministerin argumentiert, Konsumräume würden den illegalen Drogenhandel anziehen. Es geht auch in keiner Weise darum, Drogenkonsum zu verharmlosen, ganz im Gegenteil: Es geht darum, ihn als schwere und gefährliche Suchtkrankheit ernst zu nehmen und den Betroffenen zu helfen. Diese Hilfe nicht leisten zu wollen ist ein gesundheitspolitischer Fehler.“