Digital dabei: Rathaus-SPD startet IT-Offensive für SeniorInnen

22. November 2018

Mit dem Antragspaket „Surfen für alle“ will die SPD älteren Menschen den Zugang zu Online-Services erleichtern. Finanzielle und technische Hürden sollen fallen.

Niemand soll wegen seines Alters oder einer geringen Rente digital abgehängt werden. Mehr als eine Viertelmillion Seniorinnen und Senioren in München sind im Gegensatz zu den jüngeren Generationen nicht mit Smartphone, Tablet und Laptop groß geworden. Viele von ihnen gehen heute trotzdem ganz selbstverständlich mit der digitalen Technik um. Es gibt aber auch ältere Menschen, die bisher keinen Zugang zum Internet haben. Mit der zunehmenden Digitalisierung ergeben sich daraus Nachteile. Die SPD-Stadtratsfraktion beantragt deshalb mit „Surfen für Alle“ eine Reihe von Maßnahmen, die es allen Seniorinnen und Senioren, die Interesse und Bedarf haben, ermöglichen soll, unkompliziert und sicher online zu gehen.

Mit den fünf Anträgen soll erreicht werden, dass…

• es künftig flächendeckendes W-Lan und Public-PCs in allen Alten- und Service-Zentren und Nachbarschaftstreffs gibt.

• ein breites, kostenloses Kursangebot zu digitalen Kompetenzen für Seniorinnen und Senioren konzipiert wird.

• online verfügbare städtische Leistungen (z. B. Sozialwohnungsvergabe, Terminvereinbarung Bürgerbüro) auch durch bisher nur analog kommunizierende ältere Menschen genutzt werden können und entsprechend geschulte „digitale Ehrenamtliche“ sie dabei unterstützen.

• bedürftige Seniorinnen und Senioren (weniger als 1.350 Euro Einkommen pro Monat) einen Zuschuss zur Anschaffung eines Tablets oder Laptops erhalten.

• die städtischen Gesellschaften (Stadtsparkasse, M-Net) auf ältere Menschen speziell zugeschnittene Angebote entwerfen, um auch diesen den Zugriff auf ihre online oft günstiger verfügbaren Leistungen zu ermöglichen.

Die Maßnahmen sollen im ersten Halbjahr 2019 erarbeitet und den Münchner Seniorinnen und Senioren zeitnah zur Verfügung gestellt werden. Die Alten- und Servicezentren sollen dabei als Erstanlaufstelle für ältere Menschen in den Stadtvierteln weiter gestärkt werden und die digitale Teilhabe für alle sicherstellen.

SPD-Stadträtin Anne Hübner, Sprecherin im IT-Ausschuss, sagt:

„Immer mehr Leistungen werden künftig nur noch digital verfügbar sein. Schon jetzt ist ein Online-Konto in der Regel kostenlos, während das herkömmliche Konto Gebühren kostet. Wer online einen Termin für den neuen Pass vereinbart, ist in 15 Minuten wieder raus aus dem Bürgerbüro. Wer das nicht kann, muss sich meist in einer langen Schlange anstellen. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Ich möchte nicht, dass irgendjemand in dieser Stadt aufgrund seines Alters oder eines geringen Einkommens nicht mithalten kann und Nachteile erleidet, weil er oder sie nur offline unterwegs ist. Deshalb starten wir diese Initiative, die alle Aspekte vom Zugang zu digitalen Leistungen in den ASZ und Nachbarschaftstreffs bis hin zum Zuschuss für ein Tablet beinhaltet. Ich gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung das zeitnah umsetzt und auch die städtischen Gesellschaften attraktive Angebote für die Seniorinnen und Senioren in München anbieten werden. Wenn unsere Anträge nebenbei auch zur Folge haben, dass Großeltern auf dem digitalen Weg häufiger von ihren Enkeln hören, dann ist ,Surfen für alle‘ auch eine Initiative für mehr menschliches Miteinander.“