Viktualienmarkt: SPD fordert Kommunalreferentin zum Handeln auf

11. März 2020

Die SPD drängt die Kommunalreferentin zum Handeln beim Viktualienmarkt. Die dortigen Defizite wurden zuletzt in einem Bericht der Abendzeitung offensichtlich, in dem Händlerinnen und Händler über den langen Leerstand mehrerer Standl und mangelnde Fortschritte hinsichtlich der geplanten Sanierung klagten.

Dazu sagt SPD-Stadträtin Ulrike Boesser, Sprecherin im Kommunalausschuss:

„Als ,Kleinod‘ bezeichnet die Kommunalreferentin Kristina Frank den Viktualienmarkt gern, als große unnötige Last scheint sie ihn aber wirklich zu sehen. Wie wäre es anders zu erklären, dass sie die dringend notwendige Sanierung so derart schleifen lässt? Händlerinnen und Händler schimpfen, man lasse den Markt verkommen – da eilt der Bürgermeister zu einem Pressetermin auf den Markt, während die zuständige Referentin Wahlkampf-Urlaub macht.

Dass saniert werden muss und soll, ist klar. Rückblick: Die Planung der Sanierung des Viktualienmarkts wurde bereits vor Jahren angegangen. Die SPD hatte sich 2017 für ein Bürgergutachten eingesetzt. Über 100 Münchnerinnen und Münchner diskutierten darüber, wie man etwa Logistik- und Lagerprobleme der Händlerinnen und Händler löst oder was man für die Einkaufenden noch verbessern kann. Vor allem ging es aber auch darum, was den Charakter des Marktes ausmacht, wie der Markt sich entwickeln kann und gleichzeitig seinen Charme behält. Die Ergebnisse des Bürgergutachtens wurden dem Stadtrat im Frühjahr 2018 vorgelegt, dieser sprach sich dafür aus, die Ideen in die Planung auszunehmen. Den Auftrag, das erarbeitete Konzept umzusetzen, erteilte die Vollversammlung des Stadtrats im Sommer 2018 einstimmig – also auch mit der Stimme der damaligen CSU-Stadträtin Kristina Frank. Und seither? Nahezu Stillstand. Seit dem Stadtratsbeschluss 2018 wurde der Stadtrat nur auf Drängen der SPD-Mitglieder im Kommunalausschuss mündlich über den Projektfortschritt informiert, allerdings ohne wirkliche inhaltliche Fortschritte beim Viktualienmarkt. Auch die Personalausstattung der Markthallen ist mangelhaft und erfüllt nicht den Bedarf, der für die Begleitung der Sanierung notwendig wäre.

Außer einem vergeblichen, medienwirksamen Schaukampf um ein Alkoholverbot – ohne das der Markt zwischenzeitlich übrigens auch nicht untergegangen ist – und einer Ankündigung, Tauben abzuschießen, hat man die letzten Jahre keine nennenswerte Aktivität beobachten können. Das städtische Projekt-Infostandl, das kurz nach Franks Amtsantritt außer Betrieb genommen wurde, wurde jetzt hurtig als Bio-Werbe-Standl unter Führung eines anderen Referats wiedereröffnet, von konkreten Pläne zur Sanierung hat man nichts mehr gehört. Man hat den Eindruck, dass unter der neuen Führung die gute Vorarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats verspielt wird.

Wir fordern die zuständige Referentin eindringlich auf: Kümmern Sie sich endlich um den Markt!“