Erstes Wohnprojekt für junge Wohnungslose wird beschlossen

12. Oktober 2020

Auf Initiative der SPD/Volt-Fraktion wird der Sozialausschuss des Stadtrats am kommenden Donnerstag ein neues Projekt auf den Weg bringen: An der Dantestraße in Neuhausen entsteht erstmals ein Flexi-Wohnheim für wohnungslose junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren.

SPD-Stadtrat Christian Köning steht vor dem Haus an der Dantestraße, in dem künftig junge WOhnungslose untergebracht sind. Foto: Nadine Roithmaier
SPD-Stadtrat Christian Köning steht vor dem Haus an der Dantestraße, in dem künftig junge WOhnungslose untergebracht sind. Foto: Nadine Roithmaier

Für diese Zielgruppe hat die SPD/Volt-Stadtratsfraktion im Januar diesen Jahres ein eigenes Wohnprojekt beantragt. Insgesamt drei sogenannte Flexi-Wohnheime sollen in der Stadt entstehen. Über das erste beschließt der Sozialausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 15. Oktober: An der Dantestraße werden 35 Wohnungen für junge wohnungslose Erwachsene zur Verfügung gestellt, 19 davon sind für eine Person und 16 Einheiten für Paare geeignet. Derzeit wird das Haus noch als Quarantäneeinrichtung für obdachlose Menschen und Geflüchtete genutzt.

Etwa 350 junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren sind momentan im städtischen Wohnungslosensystem untergebracht. Sie haben spezielle Bedürfnisse. Oftmals bestehen gesundheitliche oder psychische Probleme, viele stammen aus zerrütteten Familien oder kamen als Geflüchtete nach Deutschland. Teilweise fehlt ihnen die Tagesstruktur, sie leiden unter Perspektivlosigkeit und sind nicht in Schule, Ausbildung oder Beruf integriert. Momentan leben sie gemischt mit anderen Wohnungslosen in städtischen Notquartieren, Beherbergungsbetrieben, Flexi-Heimen und Clearing-Häusern. Im neuen Wohnprojekt erhalten sie eine bessere sozialpädagogische Betreuung, der Personalschlüssel beträgt 1:16, nicht wie sonst üblich 1:45. So sollen die Bewohnerinnen und Bewohner besser unterstützt werden auf ihrem Weg in ein eigenständiges Leben.

Außerdem wird der Sozialausschuss am Donnerstag beschließen, das Notquartier für Wohnungslose an der Ottobrunner Straße mit 200 Betten bis Ende 2021 zu verlängern und dieses Gebäude bei Bedarf auch zur Quarantäneunterbringung bei Corona-Fällen zu nutzen.

Dazu sagt Christian Köning, stellvertretender sozialpolitischer Sprecher:

„Am Donnerstag beschließen wir, mehr Plätze im Wohnungslosenbereich zu schaffen. Ich freue mich insbesondere über die konzeptuellen Verbesserungen für junge wohnungslose Menschen. Das bedeutet für junge Alleinstehende und junge Paare eine intensivere Betreuung, die auf deren spezielle Problemlagen eingeht. Wir werden in Zukunft noch viel mehr bauen: sowohl bezahlbaren Wohnraum über die städtischen Wohnungsbaugesellschaften als auch Flexi-Wohnheime.“