Ungerechtigkeiten durch Corona für Kinder und Jugendliche verringern!

Foto: Susie Knoll

06. April 2021

Ob Schulen, Kitas, Sportvereine, Freizeit- oder Kultureinrichtungen – sie waren lange ganz geschlossen, jetzt haben sie nur eingeschränkt offen. Die Folgen der Corona-Pandemie treffen besonders Kinder und Jugendliche. Die SPD/Volt-Stadtratsfraktion fordert daher heute mit Die Grünen – Rosa Liste in einem Antrag, die sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche in einem Hearing zu diskutieren. Es sollen konkrete Lösungen erarbeitet werden, wie die Stadt München helfen kann.

Alle wissenschaftlichen Expertisen zeigen bereits jetzt: Gerade für die Kinder und Jugendlichen, die ohnehin schon schwierigere Ausgangsbedingungen haben, steigt das Risiko, noch mehr abgehängt zu werden. Sie leben oft in beengten Wohnungen, Ansprechpartner/innen außerhalb der Familie fehlen derzeit. Die Stadt hat zwar Tausende Tablets mit Wlan an bedürftige Familien verteilt, doch in einigen Fällen können Eltern nur bedingt helfen, den Schulstoff zuhause aufzuarbeiten. Viele Familien wissen nicht, wie sie ihre Kinder versorgen sollen, wenn die kostenlosen Mittagessen wegfallen und Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit drohen. Nach Willen der SPD/Volt-Fraktion und Die Grünen – Rosa Liste soll ein Hearing Klarheit über die konkreten Folgen der Corona-Pandemie bringen.

Insbesondere sollen dort Ideen und Möglichkeiten diskutiert werden, wie die Folgen der Pandemie abgefedert werden können. Es geht um Depressionen, Zukunftsängste, häusliche Gewalt, Geldsorgen der Eltern, Probleme mit dem Lernen oder dem Homeschooling. Benachteiligte Kinder und Jugendliche sind dabei besonders belastet, Corona verstärkt gesellschaftliche Ungleichheiten. Die Rathauskoalition will diese Debatte auf breiter Basis führen. Am Hearing sollen daher neben der Stadtverwaltung auch Wohlfahrtsverbände, soziale Träger sowie Expert/innen aus den Stadtvierteln und der Münchner Sozialpolitik eingebunden werden.

Dazu sagt SPD-Stadtrat Christian Köning, finanzpolitischer Sprecher:

„Die Corona-Pandemie verschärft soziale Ungleichheit. Die Ärmsten und Schwächsten unserer Stadtgesellschaft brauchen eine starke Stadt und auch noch mehr kommunale Hilfe. Unsere Stadt muss Vorreiterin in der Bekämpfung der sozialen Folgen der Pandemie werden – deswegen brauchen wir dieses Hearing und im Anschluss passgenaue Maßnahmen. Wir lassen die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien nicht im Stich.“

Und Marion Lüttig, Stadträtin von Die Grünen – Rosa Liste, sagt:

„Geschlossene Kitas, Jugendtreffs und Schulen verschärfen die Situation für Kinder und Jugendlichen noch einmal mehr. Es darf nicht sein, dass wir durch Corona die jungen Menschen verlieren, sie gar durch fehlende Angebote noch einmal mehr abgehängt werden. Dies wollen wir unbedingt verhindern. Daher brauchen wir dieses Hearing, denn wir wollen keine abgehängte Generation.“