Hoffnung auf die Öffnung des Nachtlebens

Foto: Lindemann

10. Juni 2021

„Musikspielstätten sind besondere Kristallisationspunkte. Sie sind Orte der sozialen Begegnung und tragen enorm zu gesellschaftlichem Leben und kultureller Teilhabe bei. Sie sind nicht nur eine tragende Säule der Musikwirtschaft, sondern auch Plattform für künstlerischen Ausdruck, für Innovation, für Kreativität. Sie repräsentieren gesellschaftliche Diversität, können als Safe Spaces fungieren und ermöglichen ein kollektives Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft.“ (Zitat aus: Clubstudie der Initiative Musik 2021)

Die günstige Entwicklung des Infektionsgeschehens weckt Hoffnungen auf eine rasche Wiederbelebung des öffentlichen Lebens – auch des Nachtlebens. Die Grünen – Rosa Liste und SPD/Volt wollen, dass München gut vorbereitet ist, wenn bei anhaltend niedrigen Inzidenzwerten auch Diskotheken, Bars und Live-Musikspielstätten wieder öffnen können. In einem gemeinsamen Antrag fordern die beiden Fraktion die Stadtverwaltung auf, frühzeitig die Voraussetzungen festzulegen, unter denen dies möglich ist, und dabei auch mit den Vertreter*innen aus der Veranstaltungsbranche und der Nachtkultur zu kooperieren.

Außerdem soll der Freistaat gebeten werden, einen Pilotversuch zu einer solchen Öffnung – selbstverständlich unter Einhaltung der dafür geltenden Hygieneregeln – zu genehmigen. Die Veranstaltungsbranche, so heißt es in dem Antrag, sei in der Lage eine sehr gute technische Belüftung der Räume, eine sichere Nachverfolgung und die Umsetzung der weiteren Hygieneregeln gewährleisten.

Julia Schönfeld-Knor, kulturpolitische Sprecherin der SPD/Volt-Fraktion sagt:

„Unsere Bars und Clubs brauchen endlich wieder eine Perspektive. Sie sind genauso Kulturorte wie Theater oder Museen und bereichern das Leben in unserer Stadt enorm. Es gibt keinen Grund, sie nach 16 Monaten Pandemie noch weiter geschlossen zu lassen. Deshalb setzen wir uns für ein Pilotprojekt ein, in dem sicheres Feiern und Tanzen unter Corona-Bedingungen erprobt werden kann, wenn die Inzidenzen stabil niedrig bleiben.“

Und Stadtrat David Süß (Die Grünen – Rosa Liste) sagt:

„Seit 16 Monaten sind Bars, Clubs, Diskotheken und Livemusikspielstätten nun geschlossen. Trotz der günstigen Entwicklung des Infektionsgeschehens gibt es vom Freistaat bisher keine Signale, keinen Austausch mit der Szene und keine Pilotprojekte, um eine Öffnungsstrategie zu diskutieren und zu planen. Doch mit einer beständig fortschreitenden Impfkampagne und stark gesunkener Inzidenz braucht auch die Nachtkulturbranche endlich eine Öffnungsperspektive. Wenn bis zum Ende des Sommers alle ein Impfangebot bekommen haben, die dies ohne gesundheitliche Risiken wahrnehmen können, ist eine länger andauernde Schließung der genannten Einrichtungen und Betriebe nicht mehr verhältnismäßig. Die Stadt muss sich daher auf eine Öffnung des Nachtlebens vorbereiten, damit sie auf eine entsprechende Lockerung der Infektionsschutzverordnung rasch reagieren kann.“