Feriensenat beschließt Schritte zur Normalisierung des öffentlichen Lebens: Unterstände für junge Leute und Clubbetrieb auf dem Maximiliansplatz

SPD-Stadträtin Lena Odell
Foto: Susi Knoll

11. August 2021

Neue Treffpunkte für junge Leute und eine schrittweise Öffnung des Nachtlebens unter den Bedingungen der Pandemie – das sind die wesentlichen Inhalte eines Beschlusses des Feriensenats, der damit einem von Grünen – Rosa Liste und SPD/Volt eingebrachten Antrag folgte.

Zu den bereits vorhandenen 60 sogenannten Jugendunterständen werden nun an zehn weiteren über die ganze Stadt verteilten Standorten zu Unterständen umgerüstete Container aufgestellt. Es handelt sich bei den Standorten meist um Bolzplätze oder Skateanlagen, die bei schönem Wetter von vielen Jugendlichen genutzt werden. Die Unterstände werden die Möglichkeit bieten, sich auch bei feuchter oder kühlerer Witterung dort aufzuhalten. 250.000 € lässt die Stadt sich die Unterstände kosten, weitere 75.000 € kommen für mobile Toilettenanlagen dazu.

Stadträtin Clara Nitsche (Die Grünen – Rosa Liste) freute sich über den Beschluss: „Junge Menschen brauchen zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit unbedingt Orte, an denen sie sich zwanglos, ohne Konsumzwang und ohne Aufsichtspersonen treffen können. Dies ist aufgrund der Pandemieregeln vor allem bei schlechtem Wetter schwierig bis unmöglich geworden. Wir freuen uns daher, mit diesen Unterständen zusätzliche Treffpunkte anbieten zu können, die sicherlich auf große Akzeptanz bei Jugendlichen stoßen werden.“

Der Feriensenat beschloss außerdem, am Maximiliansplatz, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft mehrere Clubs ansässig sind, ein Pilotprojekt zur Wiederöffnung des Nachtlebens zu starten. In enger Zusammenarbeit mit den sich beteiligenden Clubs wird eine umzäunte Teilfläche des Platzes für Gastronomie und – davon abgetrennt – auch für Tanzflächen freigegeben. Die Stadt unterstützt das Pilotprojekt mit einer Ausfallbürgschaft von 20.000 € aus dem Budget des Kulturreferats, da die Clubbetreiber*innen unter schwierigen Bedingungen arbeiten müssen (Zaun, Sicherheitsdienste, begrenzter Einlass, kurze Vorlaufzeit).

Stadtrat David Süß (Die Grünen – Rosa Liste): „Was jetzt am Maximiliansplatz möglich wird, ist ein Hoffnungsschimmer und eine tolle Möglichkeit wieder zu Clubsounds zu tanzen. Einstweilen ist dies nur ein Pilotprojekt. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass hier der Nachweis erbracht werden kann, dass Nachtleben unter Einhaltung der Pandemieregeln möglich ist. Weitere Schritte könnten dann folgen. Die in der Vorlage des Sozialreferats dargelegte Möglichkeit für das Impfen zu werben oder Impfungen to go vor Ort durchzuführen, unterstützen wir ausdrücklich.“

Und SPD-Stadträtin Lena Odell sagt: “Die Corona-Pandemie hat das Bedürfnis Jugendlicher und junger Erwachsener nach Freiräumen noch einmal verstärkt. Als SPD/Volt-Fraktion haben wir verschiedenste Anträge gestellt, die Raum zum konsumfreien Aufenthalt und zum Feiern fordern. Nun konnten wir spannende Maßnahmen beschließen, die auf die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse von jungen Menschen eingehen. Von einfach "abhängen" über kostenfreie kulturelle Angebote bis hin zu Outdoor-Clubbing ist für alle Zielgruppen etwas dabei. Die Erkenntnisse aus der Pandemie werden wir auch in die Zeit danach übertragen und dafür sorgen, dass auch junge Menschen Platz im öffentlichen Raum haben."